Stadtbummel

Wenn sich das Klima wandelt

Das HESO-Treiben spürt man in der ganzen Stadt. (Archivbild)

Das HESO-Treiben spürt man in der ganzen Stadt. (Archivbild)

Während der HESO-Zeit treibt sich so einiges in der Stadt Solothurn.

Schnee von gestern ist eine der schrillsten HESO-Storys aller Zeiten: An der ersten oder zweiten Herbstmesse soll es tatsächlich bis runter geflöckelt haben. Erzählen alte HESO-Cracks. Wars Niklaus Rust oder Hermann Sahli? Völlig egal. Viel Schnee gabs nicht. Sicher deutlich weniger als am 6. März 2006. Da krachte nämlich ein Socasa-Zelt hinter der Reithalle unter der Neuschnee-Last zusammen. Aber immerhin gabs in den siebziger Jahren noch einen Hauch von «weisser HESO». Ja, das Klima...

Bald von gestern ist Franz Schäfers Gourmet-Restaurant Stalden am Stalden. Hat er just auf die HESO angekündigt - am 1. Januar 2020 beginne ein neues Kapitel. Gourmet-Treff allerdings soll die Location bleiben. Er fokussiert sich wie so mancher Gastronom nur noch auf Catering und reservierte Anlässe. Das tägliche, anspruchsvollere A-la-Carte-Business lässt er definitiv bleiben, nachdem er es schon mittags eingestellt hatte. Im Stalden umso anspruchsvoller, weil jeweils direkt vor der Gastig gekocht wurde. Eigentlich schade – aber eben, kein einfaches Business. Neu soll es einmal im Monat samstags «La Grande Bouffe» geben. Das «Grosse Fresssen» also. Doch manchmal wird man den Eindruck nicht los, die Gastro-Szene fresse ihre eigenen Kinder.

«Yesterday» sangen einst die Beatles, heute sind sie von vorgestern. Wir hörten sie noch im Musik Hug, einst auch am Stalden. 3,90 Franken kostete damals die Single in Schellack – heute oft deutlich mehr für Raritäten-Jäger. Musik Hug ist längst von gestern. Wie Hirsig, Sport Marbach, Kneubühler Mode und andere, die HESO-Geschichte geschrieben haben. Zuletzt meinte ein SVP-Gemeinderat spöttisch, es stünden in der Stadt ja nur drei, vier Lädeli leer. Er irrt. Es geht nicht bloss um Ladenlokale, sondern um ganze Geschäftswelten. Für die Politik nur Schnee von gestern. Ja, der Klimawandel...

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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