Stadtbummel

Wenn in Solothurn Ernte- und Sammelzeit ist

Herbst,also Erntezeit es wird Eng !

Die Erntezeit in Solothurn hat begonnen. (Symbolbild)

Herbst,also Erntezeit es wird Eng !

Wer im Frühling gesät hat, erntet jetzt. Der Spruch verdient kaum den Status einer Bauernregel und ist so sicher wie die baldige Ankunft der Solothurner Nebelsuppe. Doch eben: Vorher noch können die Urban Gardeners auf ihren sonnenverwöhnten Dachterrassen oder in ihren ungezählten Vorgarten-Biotopen auf reiche Ausbeute hoffen. Des weiteren – ohne, dass man dafür hätte säen müssen – ist auch in der Lusthäuschen-Hostet die Ausbeute stattlich. Hier werfen die Bäume Äpfel und Pflümli ab, als gäbs kein Morgen. Und vielleicht gibts für einen Teil der von Bauprofilen umgebenen Bäume tatsächlich kein Morgen.

Andernorts bleiben die Bäume allemal stehen. So ist Sammeln und Ernten auch bald wieder in den Kindergärten angesagt. Mit Begeisterung werden Ahorn- und andere gefallene Blätter für die Ewigkeit «plattgemacht». Was übrig bleibt, wird zum Opfer des Laubbläsers (wie übrigens auch unser aller Ohren) oder des Herbstwindes – je nach dem, welcher der beiden schneller ist. Und dann feiern die Eichhörnchen beim Nüssesammeln Erntedankfest, heuer begleitet von einer Hommage im Untergeschoss des Naturmuseums, die bis 20. Oktober andauert.

Sammeln tun derzeit auch zwei ominöse, mit Warnklebern versehene Kästen. Sie machen – offenkundig harmlos – auf der Kreuzackerbrücke Jagd auf Passanten. Was für Fuchs und Luchs im Wald die Fotofalle, ist für den Solothurner in der Stadt dieses «Volkszählungs-Truckli». Nur dass das Foto ausbleibt.
Dass der Herbst Sammelzeit ist, beweist zudem die HESO; oder jene jüngere Klientel, die nach erfolgtem Rundgang mit einer Schubkarre an Zückerlis, Kugelschreibern und Schlüsselanhängern heimkehrt.

In Sammler- und Erntelaune sind derzeit auch die politischen Parteien. Ihre Sammelkörbe finden sich an fast jedem Strassenrand in Form von Plakaten. Nicht so laut wie Laubbläser, aber mindestens so präsent. Ob die darauf abgebildeten Köpfe in den vergangenen vier Jahren auch wirklich fleissig gesät haben, ist eine andere Frage. Ob es bei der Stimmenernte auf die Aussaat ankommt, ebenso.

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