Die Möglichkeit, mit einem Kriminaltechniker und einem Gerichtsmediziner ein Feierabendbier zu trinken, ergibt sich nicht jeden Tag. Das Team des Alten Zeughauses machte es im Rahmen der laufenden Ausstellung «Das Museumsobjekt im Fokus» möglich und freute sich über die zahlreichen Besucher.

Im Zentrum standen einmal mehr die beiden Richtschwerter, die für die Exekution von drei Männern und einer Frau infrage kamen. Die vier Skelette wurden im vergangenen Juni in Feldbrunnen gefunden.

Wie Kriminaltechniker Heinz Eggimann von der Kantonspolizei Solothurn bekannt gab, sind die kriminaltechnischen Untersuchungen mittlerweile abgeschlossen. Während das eine der beiden untersuchten Schwerter für die Hinrichtung nicht infrage kommt, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich beim zweiten im Alten Zeughaus aufbewahrten Objekt um das gesuchte Schwert handelt.

«Das Spurenbild des Schliffs und einzelne individuelle Merkmale stimmen mit den gefundenen Knochen überein», erklärte Eggimann. Eine hundertprozentige Sicherheit sei deshalb nicht möglich, weil die Knochen zu lange nicht entdeckt worden seien und eine Zersetzung stattgefunden habe.

Eggimann demonstrierte eindrücklich, wie in der Kriminaltechnik stumme Zeugen zum Reden gebracht werden. Um herauszufinden, ob tatsächlich eines der Schwerter in Feldbrunnen im Einsatz war, wurden die Spuren auf einen Seifenblock reproduziert, abgeformt und danach mit einem Vergleichsmakroskop untersucht und verglichen.

Eine DNA-Analyse kam laut Eggimann nicht infrage, weil diese Methode den Fundgegenstand zerstört hätte.

Die Analyse des Kantonsarzts

Wo Kriminaltechniker am Werk sind, fehlt in der Regel auch der Gerichtsmediziner nicht. Kantonsarzt Christian Lanz war als einer der Ersten an der Fundstelle und fand dort heraus, dass es sich nicht, wie anfänglich angenommen, um Tiere, sondern um Menschen handelte, die durch das Schwert hingerichtet und in einer Grube verscharrt worden waren.

«Der Beweis war ein glatt durchtrennter Halswirbel», sagte Lanz. Dass Knochenteile fehlen, führte der Gerichtsmediziner auf Leichenschändungen zurück. «Im Mittelalter wurden Knochen eine magische Bedeutung zugeschrieben.» Auch das Fett der Hingerichteten wurde – meist durch den Scharfrichter selbst – verkauft und für Arzneimittel weiterverwendet.

Weitere Abklärungen liegen nun bei der Kantonsarchäologie. Da es nur alle paar Jahre eine Hinrichtung gab, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass den Skeletten auch Namen zugeordnet werden können.