Die Freunde des Stadttheaters Solothurn dürfen diese Woche das 40-jährige Bestehen ihres Vereins feiern. 1977 wurde das Städtebundtheater Biel-Solothurn 50 Jahre alt und einmal mehr musste man sich Sorgen über dessen Zukunft machen.

Da ergriffen Ulrich Luder und Walter Brülisauer, Direktionspräsident der Vogt-Schild respektive Verlagsleiter der «Solothurner Zeitung», die Initiative, indem sie mit ganzseitigen Inseraten zur Gründung eines Unterstützungsvereins aufriefen. Am 21. November 1977 fand die Gründungsversammlung der Freunde des Stadttheaters Solothurn statt.

Diese Zeitung hat sich mit der derzeitigen Präsidentin, Claudia Eng, unterhalten.

Claudia Eng, was sagen Sie rückblickend zu dieser Vereinsgründung?

Claudia Eng: Die Zielsetzung des Vereins ist unverändert. Von Anfang an ging es nicht vorwiegend um die finanzielle Unterstützung des Theaters, sondern um dessen breite Akzeptanz bei der Bevölkerung. So konnten doch bereits an der Gründungsversammlung 160 Personen begrüsst werden. Heute zählt der Verein über 550 Mitglieder.

Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zum Theater?

Ich bin generell kulturaffin und aktiv im Singkreis Wasseramt. Meine besondere Vorliebe ist das Musiktheater. Aber seit meiner Kantizeit schätze ich natürlich auch das Sprechtheater. Als ich gefragt wurde, ob ich in der Arbeitsgruppe Gönnerclub der «Freunde» mitmachen würde, habe ich gerne zugesagt. Es folgte dann meine Wahl in den Vorstand und schliesslich ins Präsidium. Die Aufgaben des Gönnerclubs, eines Projektes zur Ankurbelung der Spendentätigkeit, nimmt jetzt übrigens der Vorstand wahr. Ich darf auf einen motivierten Vorstand zählen; es hängt nicht einfach alles an der Präsidentin.

Wie hat sich die Spendentätigkeit entwickelt?

Die Mitgliederbeiträge ermöglichen es, das Theater finanziell zu unterstützen. Aber sie reichen nicht aus, um grosse Projekte zu stemmen. Deshalb wurden für solche ausserordentlichen Aufwendungen zusätzlich in und ausserhalb des Vereins auch noch Sponsoren gesucht. Das erste Mal war dies für die «Dreigroschenoper» der Fall, wo noch ein kleines Orchester benötigt wurde. Der Höhepunkt war aber die Eröffnungsproduktion des umgebauten Theaters «King Arthur», welche wir mit 147 000 Franken unterstützen konnten.

Die Freunde haben auch eine Patenschaft für junge Schauspieler(innen) ins Leben gerufen?

Das ist ein Projekt, welches auf drei Jahre befristet ist. Wir hofften, jährlich dafür 12 000 Franken an zusätzlichen Mitteln zu generieren und freuen uns, dass diese Summe übertroffen wurde. Damit ermöglichen wir zwei jungen Schauspielenden auf der Bühne Fuss zu fassen.

Wie sieht denn die Unterstützung aus den Mitgliederbeiträgen aus?

Aus unseren Mitgliederbeiträgen unterstützen wir das Theater jährlich mit bis zu 15 000 Franken. Zudem springen wir ein, wenn Sachen nötig sind, welche nicht übers Theaterbudget bezahlt werden können. Das ging von der Anschaffung einer Nebelmaschine bis zur Flügelmiete für die Aufführung von «Souvenir». Wir wenden uns aber auch an die Vereinsmitglieder, wenn das Theater eine Unterkunftsmöglichkeit für einen Gastschauspieler hat oder – wie gerade aktuell – Mitwirkende für den Chor für «Biedermann und die Brandstifter» benötigt.

Auf welche bisherigen Leistungen Ihres Vereins sind Sie besonders stolz?

Oho, das ist eine lange Liste. Ein Highlight war sicher die Idee, vor dem Umbau die alten Sessel zu verkaufen. Innerhalb von zwei Tagen waren alle weg. Wir haben sie sogar zum Teil den Leuten nach Hause geliefert. Gefreut hat uns auch, dass wir mit unserem Engagement zum sehr guten Abstimmungsergebnis zur Theatersanierung beitragen konnten. Ich denke auch, dass wir mit unseren zusätzlichen Mitteln während der ganzen Umbauphase mitgeholfen haben, dass das Stadttheater attraktiv geblieben ist.

Was können Sie über das Verhältnis zwischen Ihrem Verein und der Theater-Dachorganisation Tobs sagen?

Wir haben zur Theaterleitung ein sehr gutes, wertschätzendes Verhältnis. Die Leiterin des Schauspiels, Katharina Rupp, gehört als Beisitzerin ohne Stimmrecht unserem Vorstand an. Sie ist über jeden Franken froh, den wir zur Verfügung stellen können. Sie weiss auch, dass sie jederzeit mit Wünschen an uns gelangen kann.

Schon seit 90 Jahren existiert die Städtepartnerschaft zwischen Biel und Solothurn hinsichtlich des Theaters. Wie beurteilen Sie die Zukunft?

Wir sehen optimistisch in die Zukunft. Das Theater ist in der Bevölkerung fest verankert. Nebst finanzieller Unterstützung möchten wir versuchen, auch weiterhin Junge für das Theater zu begeistern. Wir suchen vermehrt die Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen in Biel, den «Amis», dem Theaterverein und den Förderern des Orchesters.