Solothurn

Wenn die HESO-Geissen die ganze Deko wegfressen

Im HESO-Zelt der Bio-Bauern im Schanzengraben ist Denise Riggenbach die eigentliche Strippenzieherin. Zu Beginn machten ihr die Geissen etwas Sorgen: Sie frassen die ganze Dekoration am Gehege weg.

Sie gehören zur HESO und in den Schanzengraben als Kindermagnet und Oase zum Verweilen: die Bio-Bauern. Beliebt ist der Streichelzoo mit seinen drei Säuli, den zwei zutraulichen Ziegen sowie den zwei Kälbchen aus Bio-Betrieben der Region. «Die Geissen haben mir allerdings zum HESO-Beginn die ganze Deko weggefressen», erzählt Denise Riggenbach – übrigens eine talentierte Reiterin, die zuletzt gerade Schweizer Meisterin in der Dressur geworden war.

Zurück zur HESO: Die Bauerntocher vom Rosegghof in Solothurn hatte Getreidegarben auf den Zaunpfosten als Dekoration angebracht – die wenig wählerischen Ziegen frassen sie radibutz weg, auch wenn einer von ihnen die ungewohnte Kost nicht sonderlich bekam.

Exot aus den Anden

Doch trotz dem Malheur hat die «Macherin» der Ausstellung «Vollkorn – Vielfalt vom Bio-Acker» noch genug Grund, stolz auf ihren Primeur im Schanzengraben zu sein. Beleuchtet werden auf einer Stele verschiedene Getreidesorten wie Dinkel oder Roggen, aber auch Quinoa, ein sogenanntes Pseudogetreide aus den peruanischen Anden. «Sehr schwierig» sei es hierzulande anzubauen, weiss Denise Riggenbach.

Dagegen gedeihe der Soja sehr gut, allerdings wird das als Viehfutter wichtige Gewächs in der Schweiz nur für den menschlichen Verzehr angebaut, da die nötigen grossen Flächen für den reinen Futtermittelanbau fehlen. «Soja braucht einen warmen, trockenen Frühling, dann ist er eine problemlose Pflanze», weiss die Fachfrau.

Hamburger statt Bratwurst

Angesprochen auf den Streichelzoo hebt Denise Riggenbach das Wohl der Tiere heraus: «Sie bekommen immer wieder Pausen und verfügen auch über eine grosse Hütte als Rückzugsmöglichkeit.» Eine solche ist auch das Beizli der Biobauern – beliebt vor allem für ein Wolfwiler Häxli-Fürobebier bei der HESO-Prominenz. «Unter dem neuen OK-Präsidenten Niklaus Müller haben wir einiges geändert», so Riggenbach. «Die Bratwurst ist im Angebot rausgeflogen, sie war zuletzt nicht mehr so gefragt.» Dafür gebe es jetzt einen Hamburger mit selbst gebackenen Brötchen. «Alles Bio, fast ein geschlossener Kreislauf.»

So nimmt auch das Brotbacken aus Bio-Getreide genauso einen Platz in der Ausstellung von Denise Riggenbach ein wie Landmaschinen oder eine Handmühle, ergänzt mit einer weiteren Stele, wo die Verarbeitung des Getreides vom Ernten, Dreschen bis zum Mahlen informativ vermittelt wird. Denn die Bio-Bauern dreschen an der HESO kein leeres Stroh, auch wenn die Geissen von den Deko-Garben nur noch solches übrig gelassen haben.

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