Blaulichttag

Wenn die Feuerwehr professionell die Realität übt

Die gemeinsame Hauptübung der Solothurner Stützpunktfeuerwehr, Polizei und Rettungsdienste stiess auf grosses Interesse. Stadtpräsident Kurt Fluri dankte den Aktiven für deren Einsatz und freute sich über das zahlreiche Publikum

Fünf Partner bilden das Fundament des Bevölkerungsschutzes: Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Technische Werke und Zivilschutz. Die ersten drei nennen sich «Blaulichtorganisationen»; deshalb präsentierte die Feuerwehr Stadt Solothurn unter ihrem Kommandanten Martin Allemann ihre Hauptübung als Blaulichttag. Zum Auftakt dankte Stadtpräsident Kurt Fluri den Aktiven für deren Einsatz und freute sich über das zahlreiche Publikum – «das zeugt von hoher Wertschätzung.» Dann übernahmen Pikettchef Bruno Müller und Kommandant Stellvertreter Gottfried Arnold und führten informativ und mit viel Humor durch die Vorführungen.

Vielfalt der Mittel und Einsätze

Der Amthausplatz glich einer Heerschau von Fahrzeugen, Geräten und Personal: Die Feuerwehr war mit allen 16 Fahrzeugen vertreten, inklusive Packard Oldtimer von 1928, der immerhin bis 1960 als Kommandofahrzeug im Einsatz stand. Besonderes Interesse galt dem jüngsten Fahrzeug, der Drehleiter von 2008, in deren Korb sich Schwindelfreie auf 32 Meter Höhe hieven lassen konnten.

Die Feuerwehr hatte sich in diesem Jahr bis jetzt über Mangel an Einsätzen – von kleinen bis höchst spektakulären – nicht zu beklagen. Es waren deren 136. Erinnert sei nur an die Brände in der St. Ursen-Kathedrale und den beiden Häusern in der Hauptgasse, an drei Autobrände, einen Verkehrsunfall usw. Ein Spiegelbild dieser Aufgabenvielfalt bieten die Fahrzeuge und deren Ausrüstung.

Spannende Vorführungen

Vergessen werden dürfen aber keinesfalls die Anforderungen an die Männer und Frauen, welche diese Fahrzeuge, Maschinen und Geräte bedienen und im Einsatz wirkungsvoll anwenden können müssen. Drei Viertel der etwas mehr als 80 Korpsangehörigen waren an der Hauptübung beteiligt und zeigten an diesem heissen Nachmittag, wie herausfordernd der Feuerwehrdienst auch körperlich ist. Man bedenke weiter, dass heute die meisten Einsätze unter Atemschutz erfolgen müssen. Dieser wurde ebenso demonstriert wie die speziell anspruchsvolle Chemiewehr. Zudem konnten die Zuschauer den verblüffend hohen Wirkungsgrad von Kleinlöschgeräten (Löschdecke, Eimerspritze etc.) selbst ausprobieren und machten mit Respekt (und manchmal etwas ängstlich) Gebrauch von dieser Möglichkeit.

Am Beginn stand ein Ersteinsatz bei Brand, gezeigt am Gebäude Bielstrasse 6. Schnell wurde die Leiter angesetzt und eine Transportleitung ausgelegt, denn ein Angriff erfolgte auch via Treppenhaus. Kaum war das supponierte Feuer gelöscht, musste vor dem Amthaus eine Strassenrettung vorgenommen werden. Mit hy-draulischen Spreizern und Scheren wurden die «Unfallwagen» zerlegt, sodass die «Insassen» gerettet werden konnten. Ersichtlich wurde zudem das Zusammenwirken mit der Polizei von Stadt und Kanton und dem Rettungsdienst der Solothurner Spitäler AG. Auch bei diesen Organisationen ist der Wandel in der Technik und bei den Einsatzdoktrinen unverkennbar, und so stiessen auch deren Fahrzeuge auf grosses Interesse.

Es ist allemal besser, Brände und Unfälle zu vermeiden, auch wenn man sie noch so professionell bekämpfen kann. Daran erinnerte Sponsoring-Partner Basler Versicherungen mit der Sicherheitsbox. Und um dem Durst vorzubeugen, spendete er den abschliessenden Apéro.

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