Die Idee besticht in ihrer Einfachheit: Durrers Loft am Drosselweg in Solothurn kann günstig für verschiedene Veranstaltungen gemietet werden. Die Art der Anlässe ist dabei nicht ausschlaggebend. «Wenn jemand eine gute Idee hat, helfen wir mit, diese zu realisieren. Uns kommt es vor allem auf die Eigeninitiative an», erläutert Durrer.

Das Zuhause beleben

Ursprünglich habe man in der Altstadt nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht. Nachdem dies nicht fruchtete, sei Durrer die Idee gekommen, seinen eigenen Loft zur Verfügung zu stellen. Dazu wurde der Raum mittels eines grossen Theatervorhangs unterteilt. «Bei Bedarf kann der Loft so vergrössert werden.» Für Vorstellungen würde eine Bühne aufgestellt und der Vorhang in seiner eigentlichen Funktion gebraucht.

Oeler und Durrer engagieren sich mit viel Elan und sichtlicher Begeisterung für ihren «angehenden Verein», wie Oeler «Drossel17» bezeichnet. Was es auch braucht, denn nicht jedermann würde Anlässe in seinen eigenen vier Wänden austragen lassen. «Das belebt das zu Hause», erklärt Durrer seinen Entscheid. Ihm mache es Spass, mit Kunstschaffenden in Kontakt zu treten, Menschen kennen zu lernen und «Neues zu entdecken». Zudem führt Durrer selbst Anlässe durch. Mit Begeisterung erzählt er vom Mittagstisch, welcher jeden Dienstag und Mittwoch stattfinde. «Ich koche etwas und unterhalte mich mit meinen Gästen.» Anmelden könne sich dafür jedermann, der Interesse habe.

Kein Profitunternehmen

«Über den finanziellen Aspekt kann man immer reden», so Bruno Durrer. «Drossel17» sei nicht als Profitunternehmen gedacht. Vielmehr solle es «einfach Freude machen». So könne man gerade Künstlern, welche noch über keinen grossen Bekanntheitsgrad verfügen, die Möglichkeit geben, sich einem breiten Publikum zu präsentieren.

Dennoch müsse man aber natürlich Auslagen decken. «Daher sind wir auch auf der Suche nach Sponsoren», erklärt Markus Oeler. Um in dieser Beziehung noch besser agieren zu können, sei auf Frühling nächsten Jahres die Vereinsgründung von «Drossel17» geplant, so der Grafiker weiter.

Ein vielfältiges Programm

Durrer und Oeler verstehen sich nicht als Veranstalter. «Wir übernehmen eine Vermittlerfunktion», erklärt Oeler. Ihr Angebot beschränkt sich jedoch nicht auf das Vermieten des Lofts. Als Grafiker greife Oeler auch gerne bei der Gestaltung von Flyern unter die Arme. «So hat jeder die Möglichkeit, seine Stärken auszuleben.» Ausserdem könne man weitere Räumlichkeiten mieten, sofern der Kulturloft für eine Veranstaltung nicht geeignet sei.

«Wir wollen nicht kopieren», so Durrer. Solothurn sei ein «Kultur-Mekka» und das kulturelle Angebot entsprechend gross. Mit ihrer Offenheit fördern Oeler und Durrer denn auch ein vielfältiges und originelles Programm. Für die nächste Zeit stehen Kurse, Workshops und der sonntägliche «Drossel-Talk» an. Zudem sollen ab Januar regelmässig Unplugged-Konzerte realisiert werden. Weitere Ideen nehmen die Initianten mit Freude entgegen und helfen mit, diese zu realisieren.

Bis zum 27. November kann samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr die Kunstausstellung von Marianna Santoso besichtigt werden. www.drossel17.ch