Solothurn
Wenn das Warenhaus umgebaut wird, dann im grossen Stil

Das Warenhaus Manor in der Solothurner Altstadt hatte Umbaupläne, die aber vorderhand auf Eis gelegt worden sind. Es stehen Umbauarbeiten im grösseren Stil an, dadurch würden sich die Kosten jedoch massiv erhöhen.

Wolfgang Wagmann
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Nur einer der vielen Eingänge zum Manor-Liegenschaftengeflecht an der Gurzelngasse.

Nur einer der vielen Eingänge zum Manor-Liegenschaftengeflecht an der Gurzelngasse.

Wolfgang Wagmann

Eigentlich sollte das Warenhaus Manor an der Gurzelngasse schon längst um 400 Quadratmeter Verkaufsfläche gewachsen sein. Denn im Sommer 2012 bestand die Absicht, den Innenhof der angrenzenden Liegenschaft Gurzelngasse 16 zu unterhöhlen und die Verkaufsfläche auf zwei Stockwerken zu optimieren.

Worauf sich flugs die Kantonsarchäologie hinter den Hofboden klemmte und noch bis im Herbst allerhand Spannendes aus der Römerzeit und dem Mittelalter zutage förderte. Doch nach dem Abzug des Grabungsteams blieb es still hinter den Hofmauern. «Ja, es ist richtig, wir haben das Bauvorhaben verschoben», bestätigt Manor-Direktor Jürg Bächli. «Doch halten wir am Hofausbau fest.» Allerdings müsse wohl das bereits vorhandene, bewilligte Baugesuch verlängert werden.

Gesamtsanierung im Auge

Denn inzwischen ist man bei Manor offenbar über die Bücher gegangen. Fest steht für Jürg Bächli, dass der auf mehrere Liegenschaften verteilte Warenhaus-Komplex einer Rundumerneuerung bedürfe.

«Wir haben hier rund 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche. Doch in den verschiedenen Gebäuden gibts auch etliche Flächen, die leer stehen oder nur als Lager genutzt werden», bestätigt er auf Anfrage.

Mit dem ohnehin sehr komplexen Hofumbau plus einer Gesamtsanierung seien die Investitionen auf das Doppelte des ursprünglich für die zusätzlichen 400 Quadratmeter veranschlagten Budgets angewachsen.

Ein Gesamtpaket, das offenbar so (noch) nicht bewilligt worden ist, und deshalb auch für die Denkpause in Sachen Hof-Umbau gesorgt hatte. «Doch die Planung ist im Gang», versichert der Manor-Direktor, «und wir rechnen jetzt mit einem grösseren Umbau 2015/16.» Und fügt mit Blick auf die jetzige Grossbaustelle der ehemaligen Jecker AG in der Gurzeln- und St. Urbangasse an: «Vielleicht ist es auch besser, wenn wir später bauen.»

Für die nächsten 15 bis 20 Jahre

Jürg Bächli ist sich im Klaren, dass eine derart komplexe Sanierung nur etappiert erfolgen könnte. Dies würde reduzierte Geschäftsflächen mit sich bringen, aber keineswegs eine Schliessung des Hauses. «Ein Hauptproblem sind die Niveauunterschiede der einzelnen Geschosse.» Auch müsse man ganze Etagen durchbrechen, um die Gesamtsituation verbessern zu können.

Dass das Zurückstellen des Hof-Umbaus durch generelle Standortüberlegungen ausgelöst worden sein könnte, dementiert der Direktor: «Es gibt keine Überlegungen zum jetzigen Standort Solothurn, auch nicht zu einer Verlagerung ausserhalb der Altstadt.»

Letztmals hatte Manor Mitte der Neunzigerjahre rund 20 Mio. Franken in ein Facelifting des Gesamtensembles investiert. Einen ähnlichen Zeitraum sieht Jürg Bächli jetzt als Ausgangspunkt für eine neuerliche Grossinvestition: «Damit wären wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre wieder à jour.»

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