Solothurn
Wenn aus Bildern Geschichten werden

Zu Bildern aus Roland Flücks grossem Malaga-Buch haben neun Hobby-Autoren Storys geschrieben.

Fränzi Zwahlen-Saner
Drucken
Teilen
Roland Flück (r.) bedankt sich bei Autor Urs Keller mit einem signierten Kunstdruck für dessen Bilder-Geschichte.

Roland Flück (r.) bedankt sich bei Autor Urs Keller mit einem signierten Kunstdruck für dessen Bilder-Geschichte.

frb

Der Solothurner Maler Roland Flück lebte vor drei Jahren einige Zeit im südspanischen Malaga. Zurück in der Heimat, verarbeitete er seine Eindrücke, die er in Skizzen und vielen Fotografien festgehalten hatte, in über 70 Aquarellen. Diese malte er aber nicht einfach auf loses Papier, sondern er wählte dafür ein grosses, in Büttenpapier handgebundenes Buch, welches er schon vor Jahren von einem befreundeten Buchbinder erhalten hatte. Auf den insgesamt 66 Seiten, die das grossformatige Buch umfasst, sind Dutzende von Ansichten und Stimmungsbildern aus der Stadt, der Landschaft, von Räumen, dem Meer und von Begegnungen zu finden.

Im vergangenen Frühling lancierte dann die Zentralbibliothek Solothurn, die das Buch dem Publikum präsentierte, einen Geschichten-Schreib-Wettbewerb. Die Benutzerinnen und Benutzer der Zentralbibliothek waren aufgerufen, aufgrund eines Bildes, das sie besonders inspirierte, eine Geschichte zu verfassen. Ursprünglich war geplant, dass die eingereichten Geschichten dann von einer Jury prämiert werden sollten. Neun Personen haben es gewagt, eine Geschichte einzureichen; so wurde beschlossen, auf eine Jurierung zu verzichten. Stattdessen las Schauspieler Hanspeter Bader vor Publikum alle Geschichten diese Woche vor.

Urs Keller schrieb über das Bild einer Afrikanerin, die sehnsuchtsvoll Richtung Meer blickt; Barbara Garley beschrieb einen Tag am Strand; die zehnjährige Aline Sury erdachte sich eine Meeres-Legende; Katja Stähli liess sich durch flirrende Strassen und Gassen entführen; Barbara Raible suchte in ihrer Geschichte nach der passenden Farbe; Nicole Rivar machte sich Gedanken über den Schattenmaler; Katharina Lichtensteiger hielt einen Monolog für zwei, aufgrund einer Seeigelverletzung; Ilca Mellert schilderte einen Flamencoabend in ihrem Tanzclub in Andalusien und Gabriela Tvrzova beschrieb den Duft ihres Grossvaters.

Es war wirklich keine leichte Aufgabe, sich ein Bild zu suchen und darüber seine ganz eigene Fantasie sprudeln zu lassen, meinten auch die Veranstalter. Interessant war, dass zwei Autoren das gleiche Bild aussuchten, jedoch ganz unterschiedliche Geschichten dazu erfanden. Maler Roland Flück freute sich an der Kreativität, die nun schreibenderweise freigesetzt wurde, und überreichte jedem Autor einen signierten Druck des jeweils beschriebenen Bildes. «Das Bilderbuch ist noch nicht fertig gemalt», sagte Flück weiter. «Die Geschichten haben mich wieder inspiriert.»

Aktuelle Nachrichten