Solothurn
Weniger Besucher und verkaufte Bilder: Warum die Bilanz des Kunstsupermarkts trotz Corona überraschend ausfällt

Auch der Kunstsupermarkt in Solothurn musste wegen der Coronamassnahmen früher schliessen. Trotz schwierigen Umständen fällt die Bilanz überraschend aus.

Judith Frei
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Peter-Lukas Meier im Rothus, wo der 21. Kunstsupermarkt stattfand.(Archivbild)

Peter-Lukas Meier im Rothus, wo der 21. Kunstsupermarkt stattfand.(Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Normalerweise hätte der Kunstsupermarkt im Rothus noch bis zum 10. Januar offen sein sollen, doch wegen der Coronamassnahmen war dann schon am 24. Dezember Schluss. «Es war bitter, mussten wir früher schliessen, aber es wäre eine Katastrophe gewesen, hätten wir im November nicht aufmachen dürfen», sagt Initiant und Leiter des Kunstsupermarktes Solothurn, Peter-Lukas Meier.

Im November wurde ein aufwendiges Sicherheitssystem entwickelt: Die Besucherinnen und Besucher mussten sich online für ein Zweistundenfenster anmelden. «Die jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass man durchschnittlich eineinhalb Stunden im Supermarkt bleibt», so Meier.

Nur eine Person pro zehn Quadratmeter

Durch das neue System konnte sichergestellt werden, dass nur eine Person pro zehn Quadratmeter in der Verkaufshalle war. Nicht alle Plätze wurden online vergeben, dadurch blieben spontane Besuche möglich, und niemand musste weggewiesen werden. «Wir mussten zweimal Leute wegweisen, weil sie sich geweigert haben, Masken zu tragen», sagt Meier, die Maskenpflicht galt selbstredend im ganzen Rothus.

Es kamen 10'000 bis 12'000 Besucher, schätzt Meier. Das sei deutlich weniger als in einem normalen Jahr, in dem jeweils über 30'000 Menschen kommen. Trotz deutlich weniger Besuch sei die 21. Ausgabe gut gelaufen. «Wir haben 2'000 Bilder verkauft, in einem normalen Jahr wären es mehr als 3'000 gewesen», sagt er.

Mehr Platz beim Stöbern und Kaufen

Die meisten Besucher haben positiv auf das Ticketsystem reagiert. «Viele sind auf mich zugekommen und meinten, dass es sehr angenehm war, so einzukaufen», sagt Meier. Vielleicht wird das System auch bei späteren Ausgaben eingeführt. Da der Zutritt zum Kunstsupermarkt gratis ist, sei es Meier bis letztes Jahr nicht in den Sinn gekommen, ein Ticket-System einzuführen. «Diese Krise zwingt einem genauer hinzuschauen und zu überdenken, was man bislang gemacht hat», sinniert er.

Ihm hat es auch gezeigt, dass der Kunstsupermarkt beliebt ist und gut funktioniert. Bitter sei es dann gewesen, als die Türen schon im Dezember geschlossen werden mussten. «Erfahrungsgemäss verkaufen wir am meisten zwischen den Feiertagen und Anfang Januar», sagt Meier. Er schätzt, dass er durch die vorzeitige Schliessung einen Viertel bis einen Drittel weniger Umsatz hatte. «Wir wurden mitten im Flug heruntergeholt.»

Jetzt wird er wieder mit der Organisation des nächsten Supermarkts anfangen. Er hofft, dass er dieses Mal Künstler aus Barcelona einladen kann, die schon bei der jetzigen Ausgabe hätten kommen sollen. In der Zwischenzeit will er im Rothus eine kleine Galerie einrichten, wo Bilder ausgestellt werden, die man online bestellen kann. «Viele Leute wollen das Bild zuerst noch live sehen, bevor sie es kaufen», sagt Meier. Auf Anfrage könne man diese dann vor dem Kauf noch anschauen.

Hinweis

Wer den Supermarkt verpasst hat: www.kunstiminternet.ch.

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