Solothurn
«Wengistein» fasst Zusammenarbeit mit Heilbronner Altersheim ins Auge

Das Solothurner Alterszentrum Wengistein will eine Partnerschaft mit dem Katharinenstift Heilbronn eingehen. Die gleichartigen Altersheime wollen «Inhalte voneinander abschauen».

Gundi Klemm
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Im Alterszentrum Wengistein begegneten sich (v. l.) Zentrumsleiter Hansruedi Moor, die beiden Pflegedienstleiterinnen Andrea Krech (Heilbronn) und Katharina Zirn (Wengistein) sowie Stephan Thorben, Geschäftsführer des Katharinenstifts Heilbronn.

Im Alterszentrum Wengistein begegneten sich (v. l.) Zentrumsleiter Hansruedi Moor, die beiden Pflegedienstleiterinnen Andrea Krech (Heilbronn) und Katharina Zirn (Wengistein) sowie Stephan Thorben, Geschäftsführer des Katharinenstifts Heilbronn.

Hanspeter Baertschi

Erste Abklärungen für eine mögliche Partnerschaft zwischen dem Alterszentrum Wengistein und dem gleichartigen Katharinenstift in der Solothurner Partnerstadt Heilbronn haben ein positives Ergebnis erbracht.

Beide Institutionsleitungen wurden sich im Verlauf der gegenseitigen Besuche in Heilbronn und in Solothurn einig, eine bereichsweise Zusammenarbeit ins Auge zu fassen. Wengistein-Leiter Hansruedi Moor hatte eine Diskussionsgrundlage verfasst, die den beiden Treffen, die im November letzten Jahres und jetzt aktuell vor Ostern stattfanden, eine Ausgangslage, aber auch anzustrebende Ziele vermittelt. «Damit können wir gemeinsam über unseren Tellerrand blicken», kennzeichnete Stephan Thorben, Geschäftsführer des Katharinenstifts, vielfältige Impulse, die aus einer locker formulierten Partnerschaft entstehen können.

Da Auftrag und Dienstleistungen der beiden Alterseinrichtungen auch in der vergleichbaren Grundqualität fast identisch seien, könne man durchaus profitieren, indem «wir Inhalte voneinander abschauen».

Das Angebot beider Institutionen, vor allem aber ihre wertorientierten Grundsätze stimmen überein. Zum städtischen Katharinenstift gehört zusätzlich noch die ambulante Gesundheitshilfe, die hier in Solothurn von der Spitex geleistet wird. Neben vielen interessanten sachlichen Fragen sei diese länderübergreifende Verständigung geprägt durch Respekt, Sympathie und Freundschaft, unterstrich Moor. Am Arbeitstreffen in Solothurn war durchaus spürbar, dass dieser aus ersten Kontakten entstandene Geist eines freundschaftlichen Zusammenwirkens bereits «funktioniert».

Was kann umgesetzt werden?

Noch offen ist, wie und wann die Umsetzung von Projekten dieser Zusammenarbeit erfolgt. Skizziert sind aber bereits zahlreiche, realistische Themen. Angedacht ist ein kurzzeitiger, kostenneutraler Personalaustausch in Pflege und Betreuung, der gegenseitige Praktikumseinsätze oder auch einen Ferienaufenthalt von Bewohnern beider Institutionen beinhalten könnte.

Eine Schule in Ghana gebaut

In Solothurn wie auch in Heilbronn sind freiwillige Kräfte an beiden Institutionen beteiligt. Die 35 ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Heilbronner Katharinenstift haben sogar einen Verein gegründet, der sich für eine Hilfe in Ghana engagiert und darin auch die Heilbronner Bevölkerung einbindet. Mit dem an Veranstaltungen eingenommenen Geld wurde bereits eine Schule im afrikanischen Land gebaut und der Betrieb dauerhaft finanziert.
Die Aktion «Chancen für Ghana» wird durch Patenschaften – vor allem aus dem Stift- und durch vielfältige Kontakte, durch Geld- und Sachspenden – weiter gefördert. (gku)

Ebenso besprochen wurde eine Personalrekrutierung bei kurzzeitigen Engpässen. Geschätzt würden wohl beidseitige kuli- narische Spezialitätenwochen. Besucht werden könnten in beiden Häusern Weiterbildungsveranstaltungen fürs Personal. Auch die Vertretung der Angehörigen, die als «Angehörigenräte» im Wengistein und im Katharinenstift bestehen, wäre an Aare und Neckar willkommen.

Natürlich interessierten Stellenpläne und ganz freimütig erörtert wurden finanzielle Fragen sowie die Ausbildung des Nachwuchses. «Wie können wir unseren Lernenden (23 im Wengistein, 12 im Katharinenstift) den Umgang mit hochbetagten Menschen vermitteln? «Das gemeinsame Ziel besteht in einer Horizonterweiterung für alle Beteiligten und wirkt sich befruchtend auf etliche Bereiche aus», gaben sich die Pflegedienstleiterinnen Andrea Krech aus Heilbronn und Katharina Zirn von dieser Form der Partnerschaft überzeugt.

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