Forschungsprojekt

Welches Gerät misst am besten den Fussverkehr? Tests laufen in Solothurn und Olten

Auf der Kreuzackerbrücke in Solothurn sind derzeit Messgeräte angebracht. Sie zeichnen für eine schweizweite Forschung den Fussverkehr auf. Im Oktober ist auch Olten an der Reihe.

Rechts und links der Kreuzackerbrücke sind an je einem Laternenpfosten Geräte angebracht. Diese dienen einer Erhebung im Rahmen eines Forschungsprojektes von «Fussverkehr Schweiz». Die Ergebnisse sollen bei der Planung des Fussverkehrs helfen. «Wir erforschen, welche Technologien und Geräte bei einer Messkampagne zum Einsatz kommen könnten», erklärt Projektleiter Dominik Bucheli. Dabei spielen auch die Kosten, Genauigkeit und Möglichkeiten eine Rolle.

Auf dem Markt etabliert haben sich Zählungen per Hand, Passiv-Infrarot-Sensoren oder Kamerasysteme. Die Passiv-Infrarot-Sensoren reagieren auf die Wärmestrahlung eines Passanten. Neue Technologien sollen also billiger, genauer, länger einsetzbar sein und schliesslich mehr können. Geprüft werden im Test vor allem Kamerasysteme mit automatisierter Auswertung und Laser-Scanner. Für spezielle Fragestellungen testen die Forscher auch Wifi- oder Bluetoothtracking.

Doch was eignet sich wo am besten? Wer Ergebnisse will, muss forschen. Und auf der Suche nach Versuchsstandorten wandte sich der die Forschungsgruppe an Kantone und Städte. Im Solothurnischen wurden in der Stadt Solothurn die Kreuzackerbrücke und in Olten die Holzbrücke vorgeschlagen. An diesen ausgewählten Standorten waren erst im letzten Jahr Induktionsschleifen zum Zählen der Velos installiert worden – bis Ende Jahr im Probebetrieb. Jetzt können erstmals verlässliche Daten erfasst werden.

Nebst dem Veloverkehr wollte man beim Kanton aber noch mehr über den Fussverkehr erfahren. Zahlen dazu sollen die jetzigen Messungen von «Fussverkehr Schweiz» liefern. Hierbei werden verschiedene Technologien geprüft, um den Fussgänger vom Velofahrer unterscheiden zu können. Es stellt sich die Frage, ob und welche Technologie zu besseren Zählergebnissen als die Kombination von Temperatur-Messgerät und Induktionsschlaufe führt. 

Laser braucht viel Strom

In Solothurn werden zwischen dem 21.August und dem 20. September zwei Methoden eingesetzt: Laser und Infrarot. «Der Laser kann die Velofahrer von den Fussgängern unterscheiden», erklärt Projektleiter Dominik Bucheli den Vorteil. Auf der anderen Seite brauche das Gerät aber viel Strom und sei deshalb besser sichtbar. Ein Solarpanel sorgt in Solothurn für Energie, eine Batterie an der Seite der Brücke speichert sie für weniger sonnige Tage. Der Test mit dem Infrarot-Messgerät kann nur dank der Velozählstelle durchgeführt werden. Das bedarf nämlich einer Rechnung: Anzahl von der Wärmebildkamera aufgenommenen Personen minus der durchgefahrenen Velos.

In Olten starten die Messungen dann im Oktober. Wann genau ist noch unklar. Man muss sich nach der Verfügbarkeit eines der Geräte richten. Geplant ist es, einen Passiv-Infrarot-Sensor sowie eine Infrarot-Kamera zu montieren. «Die Infrarotkamera ist eines der wenigen Geräte, mit denen man kostengünstig situationsbedingt zählen kann», erklärt Bucheli. Die Zahlen werden später im Rechenzentrum ausgewertet. 

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