Solothurn
Welche Variante fürs Quartierzentrum Weststadt ist machbar?

Die Solothurner Weststadt soll ein Quartierzentrum bekommen. Immer wieder ist dabei der Henzihof im Visier. Doch noch dürfte es mehrere Jahre gehen, bis gebaut wird.

Wolfgang Wagmann
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Der Umbau des Henzihofs zu einem grosszügigen Quartierzentrum würde Millionen kosten.

Der Umbau des Henzihofs zu einem grosszügigen Quartierzentrum würde Millionen kosten.

Wolfgang Wagmann

Der Henzihof an der Brühlgrabenstrasse liegt seit dem Erwerb durch die Stadt vor einigen Jahren im Planungsperimeter von «Weitblick». Die Planung sah schon damals den Standort für ein Quartierzentrum vor – insofern rennt eine jetzige Petition der SP offene Türen ein. Als «ideal und geeignet» bezeichnet auch Stadtplaner Daniel Laubscher den Ort, weil er unmittelbar neben der neuen SBB-Haltestelle «Allmend» (früher «Brühl») und dem neuen Buswendeplatz liegt».

Nicht nur die SP oder die junge Grüne Daniela Gasche, auch der Quartierverein Weststadt habe schon vehement ein Quartierzentrum im Henzihof gefordert. Derzeit befindet es sich im «City West» an der Brunngrabenstrasse.

Doch dürfte es laut Laubscher noch ein Weilchen dauern, bis die Würfel um den alten Bauernhof fallen – derzeit wartet der Stadtplaner schon fast etwas ungeduldig auf die Genehmigung der «Weitblick»-Planung, «wurde diese doch vom Gemeinderat schon letzten Sommer zuhanden des Regierungsrats verabschiedet.»

Neubau oder Millionenprojekt?

Immerhin, in Sachen Henzihof – er wird noch vom bisherigen Landwirt bewohnt – sei schon eine Machbarkeitsstudie in Sachen Quartierzentrum erstellt worden, erklärt Laubscher. Dabei seien verschiedene Varianten erörtert worden. Eine Sanierung des maroden Bauerhofs schätzt der Stadtplaner angesichts von Investitionen in Millionenhöhe als wenig realistisch ein. «Ein anderes Szenario wäre abzuwarten, bis die Wohnbauten rund um den Henzihof realisiert werden. Für diese Wohnüberbauungen ist heute ein Gemeinschaftsraum vorgeschrieben. Wir könnten die Investoren jedoch von der Erstellungspflicht befreien, wenn im Gegenzug ein Quartierzentrum in einem der Neubauten entsteht.»

Allerdings müssten die Benutzer zuvor noch ihre Bedürfnisse an ein Quartierzentrum definieren - «ob nur ein «Kafi» oder auch noch ein Arbeitsplatz für den Quartierarbeiter entsteht, ist ein grosser Unterschied.»

Oder Container?

Mit mindestens fünf Jahren bis zu einer ersten Bebauung müsse man aber rechnen, meint Daniel Laubscher. Deshalb gebe es noch eine dritte Variante, ausgeheckt von Studenten. «Man könnte den Henzihof als Quartierzentrum mittels Containern zwischennutzen. Aber», so Laubscher, «wir lassen uns Zeit mit einem Gesamtkonzept für jedes Baufeld.» Doch eines sei sicher: Der alte Hof schränke die Bebaubarkeit der umliegenden Wohnzone ein.

Die Allmend und erste Kritik dazu

Südlich des Henzihofs hat sie Stadt eine öffentliche Zone definiert, die nur beschränkte Bauten zulässt. Auf der Allmend soll für die Weststadt ein Platz entstehen, der Veranstaltungen wie Zirkusse oder Konzerte ermöglicht – oder eben jenes urbane Leben, das für den Stadtplaner wichtig ist. «Denn nur Bebauungen sorgen nicht dafür.» Allerdings sei diese Absicht der Planer wegen des Mehrverkehrs und der Erschliessung des direkt neben dem Stadion gelegenen Areals bereits auf Kritik im Quartier gestossen. Eine Aufwertung verspricht sich Laubscher aber definitiv vom so genannten «Segetzhain» südlich der Allmend, der mit einem lockeren Baumbestand die künftige Achse zwischen Alt- und Weststadt bilden wird.