Weissenstein
Drei Gründe, um zu feiern: Die Bergkapelle ist 40 Jahre alt, frisch saniert und nun unter Denkmalschutz

Zu Gast am Jubiläumsgottesdienst auf dem Weissenstein war auch der frühere Student, der die Bergkapelle vor über 40 Jahre entwarf: Pierre Hatz.

Fabio Vonarburg
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Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Bergkapelle Weissenstein.

Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Bergkapelle Weissenstein.

Zvg

Das Wetter war «gruuusig», der Anlass hocherfreulich. Gleich drei gute Gründe gab es am Sonntagnachmittag in der Bergkapelle auf dem Weissenstein, um zu feiern: der 40. Geburtstag, der Abschluss der Sanierung und dass die Kapelle nun unter kantonalem Denkmalschutz steht.

«Was für ein Jahr liegt hinter uns! Und damit spreche ich jetzt gar nicht die Pandemie an», sagte die Präsidentin der Stiftung ökumenische Bergkapelle Weissenstein, Anita Panzer. «Im Alter von etwa 40 Jahren beginnen ja so die ersten ‹Bresten›, es zwickt mal hier und mal da, man geht vielleicht mal zum Arzt und vielleicht steht schon die eine oder andere kleine Sanierung an. So war es auch bei unserer Bergkapelle», sagte sie anlässlich des Jubiläumsgottesdienstes.

Man habe gemerkt, dass nach all den Jahren grössere Renovationen anstanden. 2019 wurde eine kleine Innenrenovation durchgeführt, im letzten Jahr musste wegen Wasser- und Feuchtigkeitsschäden das Fenster nordseitig repariert werden.

Die ganz grosse Sanierung ging dieses Jahr über die Bühne, im Jubiläumsjahr. So war der Ersatz des ganzen Daches notwendig geworden. Weiter mussten Malerarbeiten an den Aussenwänden ausgeführt und die restlichen Fenster ersetzt werden. Auch die Glocke, die aus dem Jahr 1685 stammt, wurde saniert. Rund 64'000 Franken hat die Sanierung insgesamt gekostet, die nur dank der Beiträge von Stiftungen, Denkmalpflege, Kirchgemeinden und weiteren Geldgebern aufgebracht werden konnte.

Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Bergkapelle Weissenstein.

Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Bergkapelle Weissenstein.

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Die erst 40-jährige Kapelle steht seit diesem Sommer unter kantonalen Denkmalschutz. «Die Bergkapelle Weissenstein steht typologisch in der langen Tradition von schweizerischen Bergkapellen und zeichnet sich durch ihre behutsame Einbettung in die Landschaft sowie ihre eigenständige und expressive Architektursprache aus», ist im entsprechenden Regierungsratsbeschluss zu lesen. Die Bergkapelle sei ein wichtiger architekturgeschichtlicher Zeuge der sogenannten Nachkriegsmoderne «und stellt eine wertvolle Ergänzung der reichen und vielfältigen Sakrallandschaft der Region Solothurn dar».

Die Bergkapelle Weissenstein wurde im Jahr 1981 erbaut und dem Heiligen Bruder Klaus gewidmet. Der Anlass zum Bau: die 500-jährige Zugehörigkeit des Standes Solothurn zum Bund der Eidgenossenschaft. Entworfen hat die Kapelle ein damaliger Bieler Architekturstudent Pierre Hatz. Wie es dazu kam, erzählte er gleich selber.

Der Student, der die Kapelle entwarf

«Sie fragen sich sicher, wie ein Bündner, der in Arbon und St.Gallen aufgewachsen ist, der in Appenzell gearbeitet hatte, bevor er in Biel das Technikum aufsuchte, dazu kam, hier ‹am schönsten Ort des Kantons› - eine Kapelle zu bauen», sagte er und führte aus: Auf der Reise in die welsche Schweiz zu den Grosseltern, hätte es immer einen Halt in Solothurn gegeben, bei Onkel und Tante. «Mit ihnen war ich auch oft auf dem Weissenstein. Und demzufolge fiel für das Studium auch die Wahl en faveur de Bienne.»

Pierre Hatz am Jubiläumsgottesdienst.

Pierre Hatz am Jubiläumsgottesdienst.

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Während seines zweiten Jahres im Biel hätte ihn sein Onkel im Auftrag von Pro Weissenstein gefragt, «ob ich nicht eine erste Skizze für eine kleine Kapelle auf dem Parkplatz östlich des Kurhauses anfertigen könne». Seine ganze künstlerische Freiheit und jugendliche Naivität ausnutzend, hätte er sich gerne an die Arbeit gemacht, «wobei mir bald klar war, dass für einen Ort der Einkehr einen anderen Standort als das freie Feld auf der Kurhausterrasse gefunden werden musste».

Und so entstand das Projekt im «Göiferlätsch», «das unerwartet Anklang fand, aber raumplanerisch gleich eine grosse Knacknuss bot», erzählte Pierre Hatz weiter: So konnte der gesetzliche vorgesehene Waldabstand nicht eingehalten werden.

Doch kurz vor Weihnachten 1980 wurde das Projekt mit Ausnahmebewilligung bezüglich Waldabstand bewilligt und im November 1981 auf dem Weissenstein eingeweiht. «Alles lief wie am Schnürchen, der Eremit war offenbar auch nach Jahrhunderten noch uns wohlgesonnen», so Pierre Hatz, der nicht ganz ein Jahr später in der Bergkapelle auf dem Weissenstein heiratete.

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