Jubiläumsausstellungen

«Weisch no?» - Fotos erzählen die Geschichte

An sieben unterschiedlichen Orten feiern sich die Solothurner Filmtage. Alte und neue Fotoarbeiten dokumentieren das Leben rund um die Filmschau.

Ausstellungen zu Filmen und Filmern begleiten die Solothurner Filmtage stets. Natürlich ist das auch anlässlich der Jubiläumsausgabe der Fall – diesmal sogar in ungewöhnlich grossem Ausmass. An gleich sieben unterschiedlichen Ausstellungsorten kann sich der Filmbegeisterte diesmal von den Strapazen des Film-Schauens erholen und zum Ausstellungsbesucher werden, nämlich in der Freitagsgalerie, im Alten Spital, im Restaurant Vini al Grappolo, im Restaurant Baseltor, im Künstlerhaus S11, in der Reithalle und im Landhaus.

Wir haben all diesen Orten einen Besuch abgestattet und dabei viel Unbekanntes, aber auch bereits Bekanntes über die Filmtage erfahren. Grundstock für all die Ausstellungen in den verschiedenen Räumen sind Fotografien von Roland Schneider, Franz Gloor und Eduard Meltzer. Schon immer begleiteten diese und noch weitere Fotografen die Filmtage – zum Glück.

Wie im alten Elite

Geht man chronologisch vor, sollte die Freitagsgalerie die erste Station sein. Hier hat Ausstellungsmacher Reto Emch zusammen mit Galerist Rolf Imhof die alten, längst vergangenen Tage des Kino Elite (heute Modehaus Metro) wieder zum Leben erweckt. Alte Kinoprogrammlisten, ein vergilbter Original-Sessel, der Teil der roten Garderobe, Stühle, wie sie im Elite gebraucht wurden und ein Ständer für einen Filmprojektor sind Originalteile. Imhof hat einige dieser Stücke beim Ende des Kinos 1985 retten können. An einer Wand hängt ein grosses Foto von Roland Schneider von den ersten Solothurner Filmtagen. Stephan Portmann ist darauf zu erkennen, noch mit Hemd und Krawatte: Eine Rarität. Ein Filmprojektor rattert. Abgespielt wird ein Super-8-Film von den Filmtagen anno 1973. Noch viele weitere Details aus der Frühzeit der Solothurner Filmgilde sind dort zu finden. Entdecken lohnt sich also.

Im Alten Spital sind weitere Fotos aus den Folgejahren der Filmtage zu finden. Vom jungen Ivo Kummer, über den jungen Samir bis hin zur heutigen Filmtagedirektorin Seraina Rohrer. Im Restaurant Vini al Grappolo hängt ein Einziges, dafür umso überraschendes Bild. Die Fotografie einer Fotografie: René Burri hält im damaligen Hardy’s (vorher Tiger) auf eine Fotografie von Che Guevara.
Im Restaurant Baseltor kommen Ratefüchse auf ihre Kosten. Filmstills aus verschiedenen Schweizer Filmen gibt es hier zu begutachten.

Aktuelle Fotoshootings

In der Reithalle und im Künstlerhaus S11 wird nicht in Nostalgie geschwelgt. Hier zeigt der junge Zürcher Fotograf Peter Hauser jüngere Arbeiten und solche, die gar noch fast nicht «trocken» sind. Er hat nämlich von der Filmtage-Leitung den Auftrag bekommen, jeden Filmtage-Tag zwei Protagonisten der Schweizer Filmszene zu porträtieren. In der Jugendherberge hat er dazu ein Atelier eingerichtet –- hier empfängt er die vorher bestimmten Personen zu Fotoshooting. Diese Porträt-Arbeiten lässt er dann Stunden später ausdrucken und sie werden an einer Wand in der Reithalle angebracht. Jeden Tag können so die Besucher zwei neue Porträts bestaunen.

Am Ende werden es 16 Fotos sein. «Jeden Tag verändert sich der Hintergrund der Porträts gemäss dem Farbenspektrum», erklärt der Fotograf seine Arbeit. Zwar interessiere er sich schon aufgrund seiner Arbeit stark für den Film; an den Solothurner Filmtagen sei er aber jetzt zum ersten Mal, bekennt Hauser. Die gesammelten Porträts sollen nach den Filmtagen in A3-Format zu kaufen sein. Es gibt alle auch im Weltformat, allerdings in limitierter Auflage zu fünf Stück. Generell sind alle ausgestellten Fotoarbeiten zu kaufen. Preislisten liegen an allen Ausstellungsorten auf.

Plakate hängen zu hoch

Im Landhaus sind indessen die alten Filmtage-Plakate zu bewundern. Allerdings sind sie zu hoch oben an die Wände gehängt; man bemerkt sie also nicht sofort. «Mein Name ist Solothurn» nennt sich die Projektion von sogenannten «Schlüsselmomenten» aus der Geschichte der Solothurner Filmtage. Diese Projektionen laufen jeweils ab 16 Uhr an der Eingangsfassade des Kinos Palace in der Hauptgasse.
Die Filmtage bieten Interessierten täglich zweistündige Führungen durch all diese Ausstellungsorte an. An der «Wunschtheke» im Landhaus kann man sich melden. Eine Führung wird mit maximal 15 Personen durchgeführt. Übrigens kann sich an der «Wunschtheke» auch melden, wer den Filmtagen gratulieren will, eigene Anekdoten berichten oder Anregungen weitergeben will. Alle Ansagen werden auf der Homepage der Filmtage publiziert.

Jubiläumsausstellung: täglich von 16 bis 20.30 Uhr überall geöffnet.

Meistgesehen

Artboard 1