Wo am Sonntag noch ein heimeliges «Dörfli» das südliche Aareufer zierte, stehen nur noch Stapel aus Holzbrettern. Auch die werden im Eiltempo verladen und bleiben bis in einem Jahr ungesehen. Eins scheint sich für die Veranstalter des ersten Vorstadt-Wiehnachtsmärets aber schon jetzt abzuzeichnen: «Der Erfolg schreit nach einer Zweitauflage», so Martin Tschumi, der zusammen mit Thomas Schärer, Ursula Steiner und Kurt Steiner als Bauchef das OK des vergangenen fünftägigen «Experiments» bildete. Experiment deshalb, weil man letztlich nicht wusste, wie das Vorhaben rauskommen würde: «Die insgesamt 38 Standbetreiber hatten Mut, als Vorreiter mitzuwirken. Es war eine gemeinsame Challenge.»

Bilanz positiv, Umsätze variieren

Geht es nach den ersten Befragungen bei den beteiligten Ausstellern, so zeichnet sich ein positives Fazit ab: «Sogar skeptische Stimmen verstummten angesichts übertroffener Erwartungen», blickt Tschumi zurück. «Die jeweiligen Umsätze der Aussteller variieren je nach Branche», ergänzt Schärer: «Gerade solche Standbetreiber, die auch an anderen Weihnachtsmärkten sind, haben eine gewisse Vergleichsmöglichkeit und bilanzieren positiv.» Mit der Lage auf der Achse zwischen Altstadt und Bahnhof sei auch die Lage ideal, so Tschumi. Und nicht vergessen gehen dürfe die weihnachtlich verschneite Jurakulisse und das ebenso weihnachtliche Rahmenprogramm.

Dem positiven Fazit schliesst sich auch Ursula Henzi aus Solothurn an, die am Märet als «Hobbyianerin» Konfitüren feilbot: «Sowohl die Stimmung als auch der Umsatz waren zufriedenstellend. Ich würde auf alle Fälle bei einem zweiten Mal mitmachen.» Teilweise zustimmend antwortete Elisabeth Schori von der VinoThek AG: «Wir haben uns bewusst auf dieses Neuland vorgewagt, die Vorstadt zu beleben. Und was die Leute sonst nicht auf dem Markt finden, fanden sie hier.» Am eigenen Geschäftsumsatz kann sie den Erfolg des Wiehnachtsmärets allerdings nicht messen: «Die Präsenz hier ist doch sehr aufwändig und kostet auch viel Geld. Man bucht den Einsatz dann halt als Werbung ab.»

Schritt für Schritt vorwärts

Sicherlich haben die Mietkosten für die Standhäuschen zu hohen Kosten auch für die Aussteller geführt. Hier lassen es Tschumi und Schärer auch offen, ob bei einer allfälligen Fortsetzung dieser «Weihnachtsgeschichte» auch der Kauf eigener Markthütten infrage kommen könnte. «Aber jetzt gehen wir Schritt für Schritt vorwärts.» Im Februar soll eine Fragebogenauswertung für das «Wie weiter?» Aufschlüsse geben. Rechnerisch ist der Anlass ein Nullsummenspiel, jedoch steht für Tschumi bereits fest: «Wir wollen wachsen, dazu aber die Qualität und einen guten Mix erhalten. Und vor allem soll dieser Märet allen Freude machen.»