Solothurn
Weihnachtsfreude mit Fremden teilen: Dieser Spendenkorb wartet auf Geschenke

Das Konzept ist denkbar einfach: Wer etwas geben will, legt es in den Korb. Wer es braucht, nimmt es mit. In Solothurn steht ein Spendenkorb, der auf Geschenke wartet. Sie sollen Bedürftigen eine Freude machen.

Alice Guldimann
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Tagsüber wird der Korb in aller Regel aufgefüllt und während der Nacht werden die Geschenke dann abgeholt.

Tagsüber wird der Korb in aller Regel aufgefüllt und während der Nacht werden die Geschenke dann abgeholt.

CH Media

Ein Paar Handschuhe, eine Einkaufstasche mit Esswaren oder eine warme Decke. Wer in der Weihnachtszeit unkompliziert etwas an Bedürftige spenden möchte, kann das ab heute bis zum 26. Dezember tun.

Die italienische katholische Mission startete das Projekt «Weihnachtsbaum der Solidarität» im letzten Advent spontan. Sie stellten einen leeren Korb vor ihre Büros am Rossmarktplatz 5 in der Solothurner Vorstadt. «Teile die Weihnachtsfreude mit bedürftigen Menschen, indem Du hier ein Geschenk ablegst», so lautete die Bitte an die Passanten. Das Konzept ist denkbar einfach: Wer etwas geben will, legt es in den Korb. Wer es braucht, nimmt es mit.

Geschenke sollten in sehr gutem Zustand sein

Angeregt wurde die Spenden-Aktion letztes Jahr am dritten Adventssonntag, der in der katholischen Kirche als Freudensonntag gefeiert wird. Diese Freude wollte man weitergeben, indem man anderen, denen es nicht so gut geht, ein Geschenk mache, erzählt Missionarin Maddalena Grazioli.

Schon letztes Jahr sei die Aktion ein Erfolg gewesen, so Grazioli. Die Leute hätten verschiedenste Sachen gebracht, mal in weihnachtliches Geschenkpapier verpackt, mal einfach in einer Tasche. «Viele haben auch im Coop um die Ecke etwas gekauft und hierhergebracht.»

Der Korb sei während des Tages jeweils gut gefüllt worden, abends und in der Nacht seien die Geschenke dann abgeholt worden. Dass alle gespendeten Sachen tatsächlich an Menschen gehen, die bedürftig sind, kann Grazioli nicht garantieren. «Wir können und wollen nicht kontrollieren, wer die Geschenke abholt.»

Mit einem Hinweisschild wolle man jedoch darauf aufmerksam machen, dass der Inhalt des Korbes nur für wirklich Bedürftige gedacht ist. Schlussendlich müsse aber jeder für sich selbst entscheiden, ob er etwas brauche oder nicht.

Grazioli und ihr Chef, Priester Don Saverio Viola, wollen den Leuten nicht vorschreiben, was sie in den Geschenkkorb legen sollen und wie es verpackt sein soll. Dies könne man so handhaben, wie man wolle. «Die Sachen sollen aber neuwertig oder zumindest in sehr gutem Zustand sein», sagt Grazioli. Dieses Mal wolle man die Geschenk-Abgabe etwas schöner gestalten als letztes Jahr, mit einem Weihnachtsbaum und einem Unterstand für die Geschenke.