Solothurn
Weihnachtsbeleuchtung der Stadt und die private Konkurrenz

Die offizielle Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Solothurn war bei ihrer Einführung nicht nur unumstritten, sondern sie erhält auch regelmässig Lob von ihren «Konsumenten».

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Solothurn
8 Bilder
Die Lichtsträhne rechts stört einige Betrachter der Gurzelngasse
Lämpchen, soweit das Auge reicht gibts vor allem am Amtshausplatz
Die Confiserie Hofer liebts traditionell-individuell
Päckli-Fassade am Klosterplatz
Die Schmiedengasse glänzt mit Extra-Sternen
Auch die altehrwürdigen Igel gibts noch
Ohne Beleuchtung ist bisher die Goldgasse geblieben

Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Solothurn

Wolfgang Wagmann

400 000 Franken hatten die Stadt Solothurn sowie die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSo in den letzten Jahren je hälftig in die stromsparenden LED -Lämpchenketten gesteckt, die wie ein Sternenmeer die Gassen überspannen.

Die wichtigsten Gassen neben dem «Ypsylon», wie die Barfüsser- und Schaalgasse, der Kronenstutz oder der Stalden sind ebenso beleuchtet wie die Bahnhofstrasse, die Berntorstrasse sowie der Untere und Obere Winkel in der Vorstadt. Noch werden «Löcher» wie in der Goldgasse geortet, auf das auch SGSo-Präsident Christoph Rölli im neuesten Mitgliederbrief der Stadt- und Gewerbevereinigung hinweist.

Doch seien vorderhand keine Investitionen mehr geplant (oder auch möglich), und deshalb werde um Spenden ersucht. «Nein, aktuell sind auch von unserer Seite keine Aktivitäten in Sachen Weihnachtsbeleuchtung mehr geplant», bestätigt Stadtschreiber Hansjörg Boll.

Mit den bisher von der Stadt beigesteuerten 200 000 Franken wurde die versprochene Beteiligung ausgeschöpft. Aber es gibt noch einen anderen Grund weshalb Boll einer Erweiterung in der Goldgasse eher skeptisch gegenübersteht: «Die Gasse ist vor allem oben so schmal, das mit nur zwei möglichen Lichtsträngen, die man hängen könnte, das Ganze nicht gut wirken würde.»

Die Crux der Plätze

Die Solothurner Weihnachtsbeleuchtung sieht war sehr gut aus, aber einen Nachteil hat sie: Grössere Plätze können nicht überspannt werden und wenn auf einer Seite keine Fassaden stehen, muss ebenfalls auf die hängende Lichterpracht verzichtet werden. So werden auf der Westseite der Schmiedengasse an den Fassaden immer noch die gelben, leicht antiquiert wirkenden Betlehem-Schweifsterne montiert. Die grossen «Löcher» wie Börsen-, Friedhof-, Märet und Kronenplatz werden teilweise durch die grossen, mit Lämpchen bestückten Weihnachtsbäume kompensiert - oder durch Private mit teilweise kontrovers aufgenommenen Mitteln ausgeleuchtet.

Tolerante Stadt

«Wir sind da nicht allzu formalistisch», meint Stadtschreiber Boll, «der Friedhofplatz sieht ja wunderschön aus, da können wir nicht sagen: Der passt jetzt nicht ins Konzept.» Im Einführungsjahr der neuen öffentlichen Beleuchtung habe er noch vor allem bei Besitzern von Liegenschaften an der Gurzeln- und Hauptgasse vorgesprochen, die ihre Häuser in ganz «Niagarafälle» von Lämpchenketten gehüllt hatten. «Aber das kam schlecht an», erinnert sich Boll - man habe ihm mitgeteilt, nur auf die extra angeschaffte Hausbeleuchtung zu verzichten, «wenn wir diese zum vollen Preis abkaufen.»

Und so bleibt für Individualismus immer noch viel Raum: Am Klosterplatz hängen die etwas kitschigen Leuchtpäckli rudelweise an einer Fassade, andere Geschäfte umrahmen ihre Schaufenster mit Zusatzlicht, Lämpchen und dazu Grünzeug von Tanne, Stechpalme und Mistel. Oder sie greifen, wie ebenfalls am Klosterplatz gesehen, sogar auf die altehrwürdigen, mehrstrahligen «Igel» zurück.

Deko-Fantasien bis zum 6. Januar

Vor allem im Schaufensterbereich rede man den Geschäftsleuten nicht drein - «darum beisst sich ja auch die hoch gehängte offizielle Beleuchtung nicht mit den individuell gestalteten Geschäftsfronten.», so der Stadtschreiber zu Lichterglanz und Deko-Fantasien, die noch bis zum Dreikönigstag, dem 6. Januar das Stadtbild dominiert.

Und ohnehin auf breiten Konsens stossen alljährliche Highlights am Stadtrand: Der riesige Lichterbaum der Typ AG am Aarestrand, der von AEK und Bürgergemeinde in festliches Licht getauchte Amtshausplatz oder jener über und über mit Lichtern bestückte kugelige Laubbaum, der jeweils im Advent von einem Privatgarten aus über die Loreto-Matte grüsst.