Gassenschmuck

Weihnachtsbeleuchtung – das sind zehn Tonnen pure Solothurner Adventsstimmung

Vor elf Jahren wurden in Solothurn die Fassaden-«Igel» durch die heutige LED-Weihnachtsbeleuchtung ersetzt. Ein Rückblick in Zahlen.

Es gibt in Solothurn kaum eine andere Sache, die den Advent eindrucksvoller ankündigt als das Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung. Passend zum Abendverkauf war es am Donnerstag wieder soweit. Mit einer Zeremonie auf dem Friedhofplatz ward auf einmal Licht. Dort erhielten die beiden Platanen eine neue Beleuchtung als Adventsgeschenk der umliegenden Geschäfte und der Stadt- und Gewerbevereinigung SGSo.

Als die «Igel» durch LED ersetzt wurden

Der lichtspendende Gassenschmuck ist in den elf Jahren seines Bestehens immer mehr angewachsen. Dies zeigt eine Rückblende ins Jahr 2008, als die an den Fassaden angebrachten «Igel» ersetzt wurden. Stadtschreiber Hansjörg Boll rekonstruiert: Damals arbeiteten das Stadtbauamt und die Regio Energie Solothurn RES zusammen mit der Firma High Light Illumina AG eine neue Weihnachtsbeleuchtung aus.

Die Entwicklung berappten die Stadtvereinigung und der Gewerbeverein. An der ersten Ausbauetappe beteiligte sich die Stadt hälftig an den gesamten Kosten von rund 290'000 Franken. 2010 folgte auf Gesuch der fusionierten SGSo die zweite Etappe, die die Kronengasse, Stalden, Schaalgasse, Bahnhofstrasse und den Unteren Winkel umfasste. Damals beteiligte sich die Stadt mit 100'000 Franken. Im Laufe der Jahre wurde die Beleuchtung auf Goldgasse, Barfüssergasse und Schmiedengasse ausgedehnt, allerdings ohne städtische Kostenbeteiligung. Zur Abschlussetappe im Jahre 2015 kamen die Judengasse, Friedhofgasse und Pfisterngasse, weiter die St. Urbangasse und Weberngasse hinzu. Damals steuerte die Stadt ebenfalls den hälftigen Betrag an den Kosten von 100'000 hinzu. «Ergänzend kann noch gesagt werden, dass die Kosten für den Auf- und Abbau, die Lagerung und die Instandhaltung nach Abzug eines Sponsoringbeitrags der Regio Energie je hälftig von der Stadt und der Stadt- und Gewerbevereinigung getragen werden», sagt Hansjörg Boll.

«Die Adventszeit stimmungsvoll einläuten»

Dass die illuminierte Altstadt durchaus einen Pluspunkt für den Weihnachtseinkauf darstellt, darf man annehmen. Für SGSo-Geschäftsführerin Caroline Jäggi hat die Beleuchtung andere Beweggründe: «Es geht darum, die Adventszeit stimmungsvoll einzuläuten.»
Nun steckt aber hinter dem Stimmungsmacher Weihnachtsbeleuchtung viel Technik. So montiert die Regio Energie jeweils im Auftrag der SGSo die Gassenbeleuchtung und schmückt auch die städtischen acht Weihnachtsbäume. Die Montage der Beleuchtung beginnt jeweils im November – ausser wenn wie vor zwei Jahren ein Schweizer Grossdetaillist bereits im September Filmaufnahmen für Weihnachtswerbung terminiert und sich dazu Solothurn als Leuchtkulisse wählt.

«Für den Aufbau sind zwei Teams à zwei Personen drei Wochen mit der Hebebühne unterwegs», informiert Sandra Hungerbühler, zuständig für Kommunikation bei der RES. Und die Arbeit ist nicht immer einfach: «Bei Wind, Regen oder Schnee über mehrere Wochen jeden Tag mit gestreckten Armen die Beleuchtung montieren.» 90 Mannstunden kommen bei der Gassenbeleuchtung zusammen, weitere 90 Stunden bei den Bäumen.

Und für die Demontage nach dem Dreikönigstag fallen weitere 70 Stunden an. Jeweils vor dem Abhängen wird kontrolliert, ob die Beleuchtung intakt ist. «Defekte Stränge werden aussortiert und repariert – dies betrifft etwa ein Prozent der Beleuchtung», sagt Hungerbühler. Die intakte Beleuchtung wird schliesslich wieder bei der Regio Energie eingelagert. Ein ziemliches Quantum an Material: Die Weihnachtsbeleuchtung besteht aus rund 4000 LED-Lampen; beim Baumschmuck sind es mehrere tausend Leuchtkörper. Die Kabel zum Überspannen der Gassen machen zusammen eine Länge von 4,5 Kilometern aus. Und: «Die Weihnachtsbeleuchtung für die Gassen selbst wiegt insgesamt gut zehn Tonnen», sagt Sandra Hungerbühler.

Beleuchtung wird positiv aufgenommen

Insgesamt verschlingt die LED-Weihnachtsbeleuchtung ca. fünf Megawattstunden, wobei auf der anderen Seite die reguläre Beleuchtung zur gleichen Zeit um drei Megawattstunden reduziert wird. Netto fallen somit zwei Megawattstunden an. Im Vergleich: Die 217 «Igel» vor 2008 frassen nicht weniger als 15 Megawattstunden Strom.

«Grundsätzlich wird die Weihnachtsbeleuchtung von der Bevölkerung sehr wohlwollend aufgenommen», weiss Hungerbühler. Und auch wenn ab und zu ein gezogenes Kabel einen Fensterladen blockiert oder die LED-Lampen das eigene Schlafzimmer mitbeleuchten, tut dies der Freude der Solothurner dennoch keinen Abbruch.

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