Fasnachtsabschluss

Wegen Windböen: In Solothurn wird die Bööggin «Venus vo Salodurum» nicht angezündet

Am Nachmittag des Aschermittwochs bauten die Bööggiers der Narrenzunft Honolulu den Böögg auf dem Märetplatz auf. Die Bööggin namens «Venus vo Salodurum» wurde am Abend jedoch nicht angezündet. Dies wegen der angekündigten starken Windböen.

Eine Grazie von acht Metern Höhe und einem Gewicht von rund einer halben Tonne zierte am Mittwoch den Märetplatz, bereit, ihrem Schicksal entgegenzutreten und als Zeichen fürs Fasnachtsende in Flammen aufzugehen. Doch dann zeigte Petrus Nachsicht, nicht fürs Fasnachtsende, aber für die «Verurteilte».

Am frühen Abend machten es aufkommende Windböen klar: Es gilt Amnestie für den Böögg, respektive die Bööggin: Die Narrenzunft Honolulu hält sich in dieser Angelegenheit an eine Fifty-Fifty-Geschlechterquote im Zweijahrestakt. Und heuer war mit der «Venus vo Salodurum», wie sie die Bööggiers getauft haben, nun eben wieder ein weibliches Sujet an der Reihe.

«Wir haben jenes Thema umzusetzen versucht, mit dem sich Solothurn in diesem Jahr beschäftigt, nämlich das seiner 2000-jährigen Geschichte», sagte Chefbööggier Thomas Branger. Dabei wurden in rund 500 Mannstunden raue Mengen an Holzwolle verbaut und durch eine Konstruktion mit «Stamm», Holzlatten und Hühnergitter stabilisiert. Säulen zieren den schön gearbeiteten Sockel.

Solothurner Bööggin: «Wir bauten die Venus vo Salodurum»

Solothurner Bööggin: «Wir bauten die Venus vo Salodurum»

In Solothurn war für den Aschermittwoch eine römische Figur als Böögg vorbereitet worden. Dies zum 2000-Jahr-Jubiläum der Stadt Solothurn, erzählt Thomas Branger, Chefbööggier und Zunftdelegierter Narrenzunft Honolulu am Nachmittag.

Dieses Mal sind die Bööggiers aber auch unter die Schneider gegangen: «So haben wir die elegante Tunika als römisches Oberschichtsgewand gestaltet», so Branger. «Es war eine Herausforderung, die Göttin der Liebe, der Schönheit und der Erotik angemessen darzustellen.» 

Am Nachmittag glaubte Branger nicht, dass das Wetter dem Bööggverbrennen im Weg stehen könnte. Doch um kurz nach 17 Uhr kam dann die Nachricht, dass die Bööggin nicht in Flammen aufgehen wird. Wegen der angekündigten starken Windböen wurde aus Sicherheitsgründen beschlossen, die Bööggin nicht anzuzünden. Der «Trauermarsch» um die Figur fand um 20 Uhr dennoch statt. Von den starken Windböen war nichts zu spüren.

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