Generationenakademie

Wegen Wasserstadt könnte Solothurns Steuerfuss gesenkt werden

Modell der Wasserstadt.

Modell der Wasserstadt.

Über das Projekt Wasserstadt Solothurn wurde schon viel geschrieben. Jetzt liegt eine neue Wertschöpfungsstudie vor, die Interessierten an der Generationenakademie vorgestellt wurde.

Auf altem Mist neue Wohnträume erfüllen und damit langfristig einen positiven Beitrag für die Finanzen von Stadt und Kanton zu leisten, so das Credo von Ivo Bracher, Verwaltungsratspräsident der wasserstadtsolothurn AG, und Geschäftsführer Peter Boesch.

Sie präsentierten vor der Generationenakademie die Wasserstadt Solothurn und eine neue Wertschöpfungsstudie. Bereits ist viel geschrieben worden über das Projekt, das auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie der Stadt eine künstliche Aareschlaufe mit Wohnbauten und Naherholungsgebiet plant.

Magnet für neue Steuerzahler

Nun erläuterte Unternehmer Ivo Bracher, was die Trägerschaft und Investoren realisieren wollen: Raum für innovative und integrative Wohnformen schaffen, Altlasten entsorgen, eine 2000-Watt-kompatible Stadtentwicklung und den Zuzug potenter Steuerzahler ankurbeln.

Zu den bekannten Fakten gesellt sich eine neue Wertschöpfungsstudie, die mit den Finanzchefs von Stadt und Kanton erarbeitet wurde und bei einer Realisierung des Projektes dank angenommenen Steuereinnahmen eine steuerneutrale Sanierung des Stadtmistes verspricht. «Von den 900 künftigen Bewohnern rechnet die Studie mit 550 Steuerzahlern, von denen 44 Prozent von ausserhalb des Kantons zuziehen.

Auch von jenen 56 Prozent, die innerhalb des Kantons den Wohnort wechseln, würden einige von deren Liegenschaften wiederum von auswärtigen Käufern oder Mietern bewohnt werden», erklärte Boesch.

Daraus resultiere langfristig ein markantes «kalkulatorisches Potenzial», den Steuerfuss der Stadt zu senken. Eine mögliche Steuersenkung optimiere wiederum das Standortmarketing und ziehe weitere Steuerkraft an.

Worstcase: 140 Mio. fürs Sanieren

Auf der Ausgabenseite belaste die Totalsanierung der Deponien Unterhof, Spittelfeld und Oberer Einschlag die Rechnung. «Die Kostenschätzungen sind Teil des künftigen Sanierungs-Variantenstudiums und werden frühestens Mitte 2014 zur Verfügung stehen», bemerkte Boesch und verwies auf die Studie von 2009. Im «Worst Case» würden 140 Mio. für das Sanieren ausgegeben, der betroffene Perimeter jedoch nicht genutzt.

Dies entspräche einer denkbaren Steuererhöhung von 7 Prozentpunkten. «Best Case» rechnet mit Sanierungskosten von 83,5 Mio. und – dank der Nutzung des betroffenen Perimeters durch die Wasserstadt – mit einem Nettoertrag von 330 Mio. Kalkulatorisch entstehe für die Stadt ein Steuersenkungspotenzial von 8 Prozentpunkten, während die Schulden der Sanierung getilgt werden.

Das «Business Szenario» kalkuliert mit Sanierungskosten von 140 Mio. und einem Ertrag von 230 Mio. «Wertschöpfungsszenarien, die den Schluss zulassen, dass dank dem Projekt der Stadtmist ökologisch entsorgt und mit einer Einzonung die Voraussetzungen für eine steuerneutrale Finanzierung einschliesslich annehmbarer Steuersenkung geschaffen würde», analysierten die Referenten übereinstimmend.

Spatenstich bereits 2016?

Nach Ivo Brachers Einschätzung könnte der Spatenstich für die Infrastruktur parallel mit dem Sanierungsbeginn bereits 2016 erfolgen. «Visionen machen Grosses möglich», so sein Fazit.

Rudolf Erzer, Inhaber der Akademie der Generationen, offenbarte nach der Veranstaltung, dass er mit Ivo Bracher und Felix Hediger zwei neue Mitglieder für das Patronatskomitee gewonnen habe.

Das Publikum im De-Vigier-Sommerhaus gewann einen Eindruck über die Ausmasse des Projektes und den Stand der Planung, die bis anhin die private wasserstadtsolothurn AG allein bereits 2,5 Mio. Franken kostete und für die sie weitere 2 Mio. zu investieren gedenkt.

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