Solothurn
Wegen spielenden Mardern muss der ganze Estrichboden im Baseltor saniert werden

Im Baseltor muss der ganze Estrichboden des Nordturms wegen Marderschäden saniert werden. Und damit die unerwünschten, pelzigen Gäste auch wirklich keinen Schaden mehr anrichten, reichert die Firma die neue Isolation auch gleich noch mit einem Marder-Abwehrstoff an.

Wolfgang Wagmann
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Marderschäden im Estrich des Baseltors
8 Bilder
Spuren der Marder, wohin das Aug reicht
Überall finden sich Spuren von Marder-Urin
Auch hier finden sich Spuren der Marder-Aktivitäten
Zerfressenes Isolationsmaterial unter dem Boden
Auch in dieser Ecke haben die Marder gespielt
Die Späti Holzbau AG ist gefordert
Der nördliche Turm wurde zur Behebung der Marderschäden eingerüstet

Marderschäden im Estrich des Baseltors

Wolfgang Wagmann

«Ein Schlitz von 5 bis 7 Zentimetern genügt ihm.» Arnold Netzer meint den Marder. Zehn Tage lang war der Wildhüter, zuständig für das Schongebiet Solothurn, auf dem Estrich des nördlichen Baseltorturms unterwegs gewesen, um die unerwünschten Bewohner zu fangen. In dieser Frist fanden sich drei der putzigen Tierchen in der Lebendfalle und wurden weit weg «umgesiedelt». «Es waren Jungmarder», so der Fachmann, «Alttiere sind viel zu intelligent, die fängt man nie.»

Seit Jahrzehnten haben sich die Tiere über dem Vereinslokal des Unteroffiziersverein UOV Solothurn mit dem Isolationsmaterial vergnügt, zugleich war der von Tauben ebenfalls frequentierte Dachstock ein idealer «Food-Corner» für die kleinen Räuber, wie auch Knochen und Federn belegen. Dazu kam jede Menge Kot sowie Urin, der überall sichtbare Fleckenränder an der Decke hinterlassen hat.

Neu mit Blechen gesichert

Zwar waren die Turmöffnungen mit Taubengittern gesichert, «doch die hat der Marder einfach runtergedrückt», weiss Arnold Netzer aus Erfahrung. Die Tierchen machen ihm derzeit viel Arbeit vor allem in den nördlichen Stadtquartieren, wo sie vielen Hausbesitzern lästig werden. Der Wildhüter, gleichzeitig Inhaber der Spenglerei Netzer AG, wird nun zur Sicherung der Öffnungen stabile Chromstahl-Lochbleche anbringen – damit das Baseltor künftig marderfrei bleibt.

Doch steht dem Hausherrn, dem UOV Solothurn, bis am 10. November noch einiges «ins Haus», wie der Vereinsverantwortliche fürs Baseltor, Max Flückiger weiss. Angefangen hatte es mit dem Eingerüsten des Nordturms, damit die Schadstellen auch von aussen zugänglich sind. Nun geht es innen, auf dem acht Meter im Durchmesser umfassenden Estrichboden zur Sache. «37'000 Franken sind für die Arbeiten budgetiert», erklärt Flückiger – und zum Glück durch eine städtische Gebäudeversicherung gedeckt. Die Stadt ist Besitzerin des Baseltors – der UOV hatte sein Vereinslokal von 1962 bis 1966 in Fronarbeit und auf eigene Kosten über dem Tor eingerichtet.

Aufwendiger Job

Auf dem Dachboden im Rundturm musste zuerst mit Sondieröffnungen der Schadenumfang abgesteckt werden, um dann die Federn, Knochen, den ganzen Dreck, darunter auch jede Menge Kot, wegputzen zu können. «Möglicherweise muss mit Schutzkleidung und -masken wegen Krankheitserregern wie Milben gearbeitet werden», ergänzt Max Flückiger.

Zuvor hatte die Bellacher Späti AG aber den ganzen Estrichboden zu entfernen, um die von der Marder-Population völlig zerzauste Isolation auf der ganzen Fläche zwischen dem Dachboden und der Raumdecke ausräumen zu können. Erst dann tritt die spezialisierte Isolationsfirma auf den Plan, um die zerrupfte Mineralwolle durch eine neue Isolation zu ersetzen.

«Dieses Material auf Cellulose-Basis wird ausgespritzt», erklärt Tim Klug, Geschäftsleitungsmitglied der Curau AG in Brügg. Und damit die unerwünschten, pelzigen Gäste auch wirklich keinen Schaden mehr anrichten, reichert die Firma die neue Isolation auch gleich noch mit einem Marder-Abwehrstoff an, den die Tierchen offenbar gar nicht mögen. «Es handelt sich dabei um Eukalyptuspulver», beschreibt Klug den Stoff, aus dem keine Marderträume sind.

Eine Notwendigkeit

Eine neue Isolation einzubringen sei «absolut notwendig», meint Max Flückiger für den UOV Solothurn. «Denn ohne die Isolation wäre der Wärmeverlust zu gross und wir hätten höhere Kosten zu gewärtigen.» Herrsche doch im Vereinslokal eine ständige Raumtemperatur von «um die 18 Grad». Offenbar genau die Bedingungen, welche auch der Familie Marder im Baseltor so zugesagt hatten.

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