Mit den Worten: «Die vielseitigen Aufgaben haben mir viel Freude gemacht. Die Perspektive ist in jeder Hinsicht ein gut organisierter Betrieb mit engagierten Mitarbeitenden», verabschiedete sich nach acht Jahren die Bucheggbergerin Christine Bigolin und legte an der Generalversammlung das Zepter in die Hand des Recherswiler Gemeindepräsidenten Hardy Jäggi. Als neuer Vertreter der Stadt Grenchen wurde Hubert Bläsi in den Vorstand gewählt.

53 Personen beschäftigt

Auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken konnte denn auch Karin Stoop. Die Geschäftsleiterin präzisierte, dass sich aktuell 53 Personen rund 34 Vollzeitstellen teilen. Damit wird der reibungslose Ablauf bei den verschiedenen Fachstellen gewährleistet.

Zu diesen gehören die Gassenküche, eine Kontakt- und Anlaufstelle, die Jugendberatung, die Suchtprävention, eine Beratungsstelle für Suchtbetroffene, die Arbeitseinsätze, die Schulsozialarbeit sowie das Begleitete Wohnen.

Rekordkonsum von Kokain

Insbesondere bei der Kontakt- und Anlaufstelle, die im Durchschnitt täglich von 53 Personen frequentiert wird, ist die Besucherzahl leicht gestiegen. Die Zahl der Inhalationen hat sich von 16'000 auf 25'000 erhöht. Das entspricht 70 Inhalationen pro Tag. «Der Anstieg ist klar auf die Verfügbarkeit der vorhandenen Suchtmittel zurückzuführen», betonte dazu die Geschäftsführerin.

Man gehe davon aus, dass rund 32 Prozent der Klienten ausschliesslich Heroin konsumierten, während 35 Prozent nur die Droge Kokain zu sich nähmen. 25 Prozent entfallen auf einen Mischkonsum der beiden Substanzen. Der Rest betrifft die Stoffe Methadon, Ritalin, Valium und Christal.

«In keiner anderen Schweizer Stadt ist der Konsum von Kokain so hoch wie in Solothurn», liess Karin Stoop durchblicken. Zurückzuführen sei dies wahrscheinlich darauf, dass die Substanz in Solothurn in grösseren Mengen vorhanden sei.

Nach wie vor ein beliebter Treffpunkt ist die Gassenküche, die den Suchtbetroffenen ein breites Angebot und grosszügige Öffnungszeiten anbietet, was den öffentlichen Raum entlastet. Anpassungsfähigkeit von Seiten der Suchtkranken braucht es beim begleiteten Wohnen. «Oft sind diese Menschen aber nicht bereit, Kompromisse einzugehen», bedauert Karin Stoop.

Das Suchtpotenzial online

Was die Arbeit betrifft, bietet die «Perspektive» den Betroffenen 20 Vollzeitplätze in der Beschäftigung und sechs Vollzeitplätze im Niedriglohnbereich an. Aufgrund der guten Auftragslage könnte die Fachstelle noch weitere Klienten beschäftigen, «die eine gewisse Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zeigen».

Jugendliche, junge Erwachsene und deren Bezugspersonen finden im Beratungsbereich kompetente Ansprechpartner, wenn es um das Thema Online geht, das stark mit der Kaufsucht, dem Gamen, der Sexsucht und dem Glücksspiel zusammenhängt.

Das Jahresergebnis des vereins perspektive zeigt einen Überschuss von 138'339 Franken. Davon sollen 60'000 Franken für das Projekt «Ausbau Öffnungszeiten Anlaufstelle» verwendet werden.