Stadtkirche Solothurn

Wasserschaden: Von oben kommt eben nicht nur alles Gute

Ab Juni wird die Solothurner Stadtkirche eingerüstet und ihr Dach auf einer Fläche von 762 Quadratmetern renoviert. Wegen 2012 festgestellten Wasserschäden hat das - hierzulande seltene - Klosterziegeldach dies auch dringend nötig.

Es war eine wenig erfreuliche Adventsüberraschung im Dachstock der Stadtkirche, die im Dezember 2012 zu reden und grübeln gab: Wasserschäden, die sich auch ins untere Stockwerk, in die dortige Küche und in den Markussaal ausgebreitet hatten. Ein Siegrist, der gar nicht genügend Kübel kriegen konnte, um das Wasser, das von den Dachbalken und Decken runtertropfte, aufzufangen. Und die Erkenntnis, dass eine Dachsanierung nun fällig ist.

Was war geschehen? Üppiger Schneefall gefolgt von einem ebenso starken Regen hatte dafür gesorgt, dass sich das Wasser zurückstaute und durch die Dachziegel aufs Unterdach aus Holzschindeln rann.

Dieses hatte sich in den vergangenen 90 Jahren seit dem Bau der Stadtkirche bewährt - doch nun nicht mehr: Morsch und brüchig geworden, konnte es dem drohenden Wasserschaden keinen Einhalt gebieten. Ebenso floss das Wasser vom Rand des Unterdachs nicht in die Traufe, sondern stattdessen in die Mauer.

Erhalten, was zu erhalten ist

Ab Juni wird die Stadtkirche eingerüstet, um die Dachrenovation auf einer Fläche von 762 Quadratmetern anzugehen. Die Ziegel des hierzulande seltenen Klosterziegeldachs (siehe Kasten) lassen sich wiederverwenden.

Das lädierte Unterdach wird zwar ebenfalls belassen, aber zu einem Folienunterdach ausgebaut, das einige Jahrzehnte halten sollte. «Man hätte sich stattdessen schon auch für ein neues Unterdach aus Holzschindeln entscheiden können», erklärt Kirchgemeindeverwalter Richard Hürzeler, «aber bis zur nächsten Sanierungsperiode gibt es wohl keinen Spezialisten mehr, der so etwas herstellen kann.»

Und auch auf diese Weise bleibt aus der Estrich-Perspektive die Optik des Schindel-Unterdachs erhalten. Nach der Montage der Folie werden die Ziegel wieder installiert - und zwar jeder an der angestammten Dachflanke.

Dies aus gutem Grund: Da die Ziegel nämlich je nach Himmelsrichtung unterschiedlichen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, haben sie sich gewissermassen an diese «gewöhnt».

Eine Umplatzierung würde ihre Lebensdauer bloss verkürzen. Weiter wird über eine Länge von 100 Meter die Traufe angepasst. Gleichzeitig wird das von Kamin, das aus dem Walmdach herausragt, entfernt: Seit dem Anschluss der Stadtkirche ans Fernwärmenetz ist dieser überflüssig geworden.

Der budgetierte Kostenrahmen für die Sanierung beläuft sich auf 400 000 Franken, während die Denkmalpflege 70 000 Franken am Investitionsvolumen beisteuert. Im Juni wird die reformierte Stadtkirche eingerüstet, bereits Mitte September sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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