Solothurn

Wasser und Brot im Krummturm: Probesitzen im Verlies

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Besucher liessen sich in Solothurn im Rahmen des Denkmaltags in ein anderes Zeitalter abseilen: Ins Verlies des Krummturms.

Diese Szenen kennen wir aus Filmen: Gefangene, die in dunklen, unheimlichen Verliesen hinter Gittern sitzen. Was man sich heute nicht mehr vorstellen kann, gehörte früher zur bitteren Realität. Der Krummturm wurde im Mittelalter gebaut und diente fortan als Wehrturm.

Der Alpine Rettungsdienst des SAC Weissenstein und das Architekturbüro Dual Architekten BSA boten den Besuchern der europäischen Denkmaltage eine ganz spezielle Attraktion. Eine Abseilaktion in das zehn Meter tiefe Verlies des Krummturms stand auf dem Programm.

Jahrelang hatte sich kein Mensch in die dunkle Gruft gewagt. Dem von den Denkmaltagen vorgegebenen Motto «zu Tisch» wurden die Veranstalter gerecht. So verköstigten sie die Besucher wie die damaligen Verbrecher – mit Wasser und Brot. Um dem kalten, dunklen Raum etwas Romantik einzuhauchen, hatten die Organisatoren vor der Besichtigung auch noch brennende Kerzen im Raum verteilt.

Das war ein grosses Erlebnis für alle Altersgruppen. Angefangen bei Kindern bis hin zu Senioren, liessen sich alle Generationen abseilen. Die Besucher waren begeistert. «Es war ein einzigartiges Ereignis», sagte Anselm Christen. Keiner der befragten war je zuvor im Verlies. «Man fühlt sich dort unten wirklich eingesperrt», gibt ein weiterer Besucher zu. Selbst Christoph Schwaller, Präsident des Artillerievereins Solothurn, war noch nie unten, obwohl der Krummturm sein Vereinslokal ist. «Wir wollten schon immer mal dort runtergehen», lässt er verlauten.

Auch die Veranstalter sind zufrieden. «Es ist alles gut gelaufen», erklärt Philipp Biberstein, Rettungsleiter des SAC Weissenstein. Auch Organisator Marcel Hügi, Architekturbüro Dual BSA in Solothurn, ist zufrieden. Der Anlass ist aus seiner Sicht gelungen.

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