Bekannt war der Familienbeschluss der Brüder Haudenschild schon länger, dass ihr Haus an der Judengasse 2 verkauft werden soll. 1959 hatte die Familie es erworben, 1961 wurde es umgebaut und aufgestockt.

Vor 19 Jahren hatte Fritz Haudenschild die vormalige «Walliserkanne» mit der «Mazot-Bar» im Obergeschoss übernommen und neu als Restaurant zum Fritz mit seiner Spezialitätenküche wie dem «Elefantenohr» (Wienerschnitzel) oder dem «beschte Entrecote vo dr Wäut» erfolgreich geführt.

Nun sieht der altgediente Wirt und Koch das Ende mit einer guten Portion Gelassenheit nahen. «Insgesamt war ich 51 Jahre in der Gastronomie tätig. Das ist eine lange Zeit. Und jetzt bin ich doch müde», meint Haudenschild, der inzwischen auch das ordentliche Pensionsalter überschritten hat.

Und so will er Ende Mai dieses Jahres definitiv den Kochlöffel abgeben und seine Schürze an den ominösen Nagel hängen.

«Wir sind am Prüfen»

Heute umfasst das Gebäude neben dem Restaurant im Parterre ein Säli im ersten Obergeschoss, noch weiter oben zwei Wohnungen und ein Büro. Die neue Eigentümerin, die Kantonale Pensionskasse, besitzt bereits die südlich an den «Fritz» anschliessende, lang gezogene Liegenschaft, die auch die Ecke zur Hauptgasse mit dem dort eingemieteten Geschäft Interdiscount bildet.

Ob die beiden Gebäude dereinst sogar einer gemeinsamen Nutzung zugeführt werden, kann Pensionskassen-Direktor Reto Bachmann so nicht bestätigen. «Aber es sind sicher Synergien möglich.» Ob weiterhin ein Restaurant im neu erworbenen Haus bleiben wird, sei ebenfalls noch offen, «wir sind am Prüfen» meint Bachmann, angesprochen auf allfällige weitergehende Umbaupläne an der Judengasse.

Beliebtes Stammlokal

Für einige Vereine allerdings könnten die schönen Zeiten im «Fritz» als Stammlokal bald vorbei sein. Nicht weniger als drei Traditionsvereine fühlten sich dort wie viele andere Stammgäste auch aufgehoben: die frühere Stadtmusik Konkordia, heute zur Blaskapelle mutiert, die Stadtschützen und auch der Tambourenverein Solothurn.