Zu Besuch in der Suteria

Was macht der Lehrmeister des Jahres besser als andere?

Zu Besuch in der Produktion der Suteria Solothurn:  Lernende arbeiten zusammen mit dem «Lehrmeister des Jahres»

Zu Besuch in der Produktion der Suteria Solothurn: Lernende arbeiten zusammen mit dem «Lehrmeister des Jahres»

Wann sind Lernende bei einem Betrieb gut aufgehoben? Lukas Koller von der Suteria sollte es wissen: Er ist Lehrmeister des Jahres 2015. Was macht er besser als andere? Ein Rundgang durch die Produktionsräume.

«So, jetzt können wir anfangen, die Makkronen zu füllen. Achtet darauf, dass ihr das schön langsam macht!», erklärt Lehrmeister Lukas Koller drei Lehrlingen in den Produktionsräumlichkeiten der Suteria an der Hans-Huberstrasse in Solothurn. Der Chef Konditor-Confiseur zeigt ihnen die Arbeit vor, danach können die Lehrlinge loslegen.

An diesem Tag sind die drei Lernenden Yanick Zuber, Gioia Trachsel und Jennifer-Kim Schneider anwesend. Zuber ist dafür verantwortlich, dass Koller diesen Monat den von GastroSuisse verliehenen Preis als «Zukunftsträger 2015 - Lehrmeister des Jahres» in der Kategorie Bäcker-Konditor-Confiseur entgegennehmen darf, denn: Er hat ihn im Herbst letzten Jahres für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Warum? «Er nimmt sich Zeit für uns Lernenden. Ob das Probleme bei der Arbeit oder im Privaten sind – unser Lehrmeister sucht mit uns zusammen eine Antwort. Das macht ihn zu einem guten Vorbild.»



Lukas Koller erfuhr damals nicht von seinem Lehrling von der Anmeldung, sondern durch ein E-Mail. «Das war ein spezieller Moment», sagt er. «Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Yanick mich angemeldet hat.»

Im Frühling kam dann die Nachricht, dass sich der Solothurner Confiseur unter der Top 3 befindet. Die Jury stattete Koller daraufhin in der Suteria einen Besuch ab um ihn zu bewerten. Kurz darauf kam der Telefonanruf. «Als das ganze Team erfuhr,  dass wir gewonnen haben, war das ein Riesenerfolg für alle», sagt Koller.

Die Lorbeeren müsse man weitergeben, an die Ausbildner in der Confiserie und der Konditorei, welche tagtäglich mit Lehrlingen trainieren, arbeiten und einfach einen «tollen Job» machen würden. «Ich selbst komme meistens eher in den Genuss, dass ich mit den Lernenden spezielle Arbeiten verrichten kann und dazu Fragen beantworten darf», erklärt der Lehrmeister weiter.

Dass die Zusammenarbeit grundlegend für die Produktion ist, bestätigt auch Yanick Zuber: «Ohne Team würde das Ganze nicht funktionieren.» Der Chef und der Lehrling sind sich einig: In der ganzen Produktion und zwischen den Teams harmonisiert es einfach. «Jeder hat seine Stärken. In einer Firma sollte Jeder und Jede gleich wichtig sein, wie der Chef, der auf dem Stuhl sitzt», betont Koller.

Zurück in der Produktion, wo die vorhin erwähnte Harmonie zwischen Lehrlingen und Ausbildner deutlich zu spüren ist.

Nachdem Koller das Füllen der Makkronen vorgezeigt hat, erledigen die drei Lehrlinge die restliche Arbeit.  Später bereiten Gioia und Jennifer-Kim, die beide im ersten Lehrjahr sind, in der Confiserie kleine Solothurner Torten fertig vor. Danach muss aufgeräumt werden. Auf die Frage, ob die beiden ihre Arbeit gut machen meint Koller: «Klar! Wir haben nur gute Lehrlinge!». Für deren Ausbildung sind neben Koller noch zwei weitere Lehrmeister zuständig: Julia Schmid in der Konditorei und Daniel Meier in der Confiserie. So gibt es praktisch auf jeden Lehrling eine ausgebildete Person, die weiterhelfen kann und für die Betreuung zuständig ist.
Suteria: Einblick in den Betrieb des Lehrmeisters des Jahres.

Suteria: Einblick in den Betrieb des Lehrmeisters des Jahres.

Förderung während Aus- und Weiterbildung

Diesen Herbst kommen bereits Schnupperlehrlinge für das Jahr 2017 in die Suteria. «Alle Plätze für 2016 sind nämlich schon vergeben.» Das sei nichts Aussergewöhnliches, denn die Plätze seien eigentlich immer so beliebt. «Das ist quasi ein Luxus Problem», meint der Lehrmeister. In anderen Betrieben finde man ja auch nicht immer genug Lernende, ergänzt Yanick Zuber.

Die Grundausbildung eines Konditor-Confiseurs vergleicht Koller mit der eines Spitzensportlers: «Damit es wirklich grosse Erfolge gibt, muss einfach eine genügende Basis vorhanden sein, sonst funktioniert das nicht.» Er selbst hat seine Lehre als Konditor-Confiseur im Kanton Zug abgeschlossen und ist erst später zu der Suteria gewechselt.

Neben einer guten Basisausbildung legt man in der Produktion auch viel Wert auf Weiterbildung. «Es ist uns wichtig, die ausgebildeten Mitarbeiter zu fördern», sagt Koller. So legt zum Beispiel Daniel Meier Mitte September seine Berufsprüfung ab. Diese hat auch Lukas Koller bei der Suteria im Jahr 2007 absolviert.

Der Konditor Daniel Meier brauchte für den kleinen Yoda (links) ein bis zwei Stunden, für den etwas grösseren Darth Vader (rechts) drei bis vier Stunden.

Der Konditor Daniel Meier brauchte für den kleinen Yoda (links) ein bis zwei Stunden, für den etwas grösseren Darth Vader (rechts) drei bis vier Stunden.

Lehrabschlussprüfungen stehen als Nächstes an

Zum Schluss dürfen wir uns noch im Lager umsehen. Betritt man den kleinen Raum, fallen einem sogleich zwei grosse Figuren auf. Wofür sind denn diese beiden Schokoladen-Buddhas? Koller sagt, das seien Schaustücke für die Abschlussprüfung von Yanick, der mittlerweile im dritten Lehrjahr ist. Er ruft ihn gleich dazu, damit er selbst erklären kann, was genau er im Sinn hat.

Für die Prüfung muss er ein Schaustück ganz aus Schokolade herstellen. Dafür braucht er die beiden Buddhas. Er hat ausserdem Bambus-Rohre hergestellt, die täuschend echt aussehen. Zum Schaustück möchte er noch eine Lotusblüte und vielleicht ein Schmetterling machen. Das ganze wird er von Grund auf selber herstellen. Dazu braucht es ziemlich viel Kreativität, oder nicht? «Man muss Vieles ausprobieren und wagen in diesem Beruf», sind sich Koller und Zuber einig. Sie schätzen beide gleichermassen, dass sie die meiste Zeit kreativ und selbstständig etwas herstellen können.

Das gesamte Schaustück von Zuber wird im Frühling fertig sein, rechtzeitig zu seiner Abschlussprüfung. Durch Probeläufe im Alltag wird Zuber auf seinen Abschluss vorbereitet. In einem normalen Arbeitsprozess versucht er die Prüfungsaufgaben möglichst genau zu erfüllen. Danach erhält er gleich eine Rückmeldung.

Mit Hilfe des Lehrmeister und des ganzen Teams, sollte Zuber gut vorbereitet sein. Motiviert und zuversichtlich wirkt der junge Mann auf jeden Fall – ebenso wie die restlichen Mitarbeiter, die wir während unserem Besuch in der Produktion angetroffen haben.

Von diesem Rundgang durften wir auch noch etwas Süsses mitnehmen: Eine Tafel Schokolade, die natürlich hier, in der Produktion der Suteria, hergestellt wurde.

Die Preise «Zukunftsträger - Lehrmeister des Jahres» werden am Montag, 21. September 2015, ab 18 Uhr im Zürcher Theaterclub Kaufleuten verliehen.

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