Solothurn
Was macht der «Cheschtele-Muni» im Sommer?

Marzio und Yvonne Strazzini braten seit 42 Jahren in der Hauptgasse in Solothurn Marroni. Doch was macht Marzio Strazzini, seit Jahren in Solothurn zu Hause, aber im Tessin aufgewachsen, im Sommer?

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Marzio und Yvonne Strazzini

Marzio und Yvonne Strazzini

Andreas Kaufmann

Jedes Jahr, zum Beginn der Heso, wird das Häuschen des «Cheschtele-Muni» geöffnet; und die besten Marroni weit und breit werden angeboten.

Was machen die Betreiber im Somemr? Yvonne Strazzini gibt Auskunft: «Früher arbeitete er immer auf dem Bau. Meist als Dachdecker oder auch Gartenbauer.» Das seien lange Zeit immer die gleichen Arbeitgeber gewesen, die ihren Mann, gelernter Décolleteur, für ein halbes Jahr anstellten.

Dieses Jahr arbeitet der 63-jährige Strazzini im Sommer aber nicht. «Es geht ihm nicht so gut, und so kann er sich besser auf die Marroni-Saison vorbereiten», so seine Frau. «Wir geniessen den Garten zu Hause.» Hin und wieder reise man ins Tessin, um die Verwandten zu besuchen. «Doch wir fahren mehr hin als sie zu uns», lacht sie.

Gross vorbereiten auf die Marroni-Saison kann sich das kleine Familienunternehmen nicht. «Wir wissen erst etwa eine Woche vorher, ob es überhaupt Marroni hat und woher wir sie bekommen.» Immer mehr Bäume im Tessin seien krank, und bis ein neu gepflanzter Baum Früchte trage, vergehen bestimmt zehn Jahre, so die gebürtige Aarwangnerin, die selbst eine italienische Mutter hatte. «Zu Hause sprechen wir deshalb meist italienisch, das heisst eine Mischung zwischen Tessiner und Bresciaer Dialekt.» (frb)