In unserer kleinen Stadt läuft etwas. Ein grosses Thema, das sprachlich beginnt. Schon Dudens Bedeutungsübersicht zum Verb «laufen» ist immens, gross auch die Anzahl von bedeutungsgleichen oder -ähnlichen Begriffen. Deshalb sei es erlaubt, mit «laufen» grosszügig umzugehen, viele Bedeutungen zusammenlaufen zu lassen. Durchs Städtchen läuft die blaue Aare. Es laufen aber auch Bäche, und die Brunnen. Von letzteren tuts derjenige an der Südseite der Franziskanerkirche seit Jahren nicht mehr. Sein Versiegen liege aber nicht am Zu-, sondern am Abfluss, respektive dem Nichtabfluss. Vielleicht wirds ja wieder einmal.

Begegnen wir einer Treichlergruppe, die gemessenen, wiegenden Schrittes über Brücken und durch Gassen zieht, so ist das eine aussergewöhnliche Begegnung, wenn auch schon Tradition am Chästag. Also nur einmal im Jahr, ganz wie die Chessleten, wo es allerdings mehr Glocken und Schellen hat als Treicheln. Vom Chästag aus setzt sich auch der Alpabzug in Gang, um wieder dorthin zurück zu kehren. Bei all diesen Bewegungen kann man kaum von «laufen» sprechen.

Der grösste Umzug läuft gerade wieder Richtung Baseltor, woselbst sich die Massen über die HESO verteilen. Dort gibt es vieles. Aber immer noch kein ambulantes Wahlbüro - Wahlbüromitglieder mit Bauchladen-Urne, um den Umsatz bzw. die Stimmbeteiligung anzukurbeln.

Und damit hört das Laufen in der Stadt nicht auf: Rennen auf Bikes, Läufe in verschiedenen Kategorien mit dem Ziel Weissenstein – dabei gäbe es dorthin doch ein Gondelbahn!? Und marschiert wird auch, nämlich von Musikkorps unterschiedlichster Prägung.

Nahezu gelaufen sind viele hingegen am Freitag, dem 7. September Richtung Hafenbar, um die gute alte Werkstattjazzband wieder mal in natura zu hören. Andere rannten derweil durch Haupt- und Gurzelngasse, um die am schnellsten Laufenden zu ermitteln. Gleich am Samstag danach leuchteten die Lichtrennerinnen und -renner durch die Stadt. Um den Daheimgebliebenen heimzuleuchten? Manch einem bleibt der tiefere Sinn des «Light Run» unter Gejohle und Gekreisch verschlossen – sicher auch, dass Unbeteiligten am Strassenrand Farbe ins Gesicht geschmiert wird. Das ist nicht einmal an der Fasnacht lustig.
Die grosse Stadt Zürich will nächstes Jahr kein Formel E-Rennen, weil schon zu viel laufe. Langsam stellt sich die Frage: Wieviel Lauf verträgt das Städtchen?