Solothurn

Was hat Migros mit dem Hotel Astoria vor und wie laufen die anderen Projekte?

Nach über 51 Jahren wird Hotelier Toni Farese im Januar das Hotel und Restaurant Astoria aufgeben. Das Haus gehört der Migros Aare, die noch andere Felder in Solothurn beackert.

Es ist schon bald wieder zwei Jahre her, seit die Genossenschaft Migros Aare ihre völlig umgebaute Filiale Solothurn an der Wengistrasse neu eröffnet hat. Wesentlich länger schon führt Hotelier Toni Farese in den Stockwerken über dem Migros-Restaurant das Hotel Astoria mit seinen 36 Zimmern und dem stadtbekannten Dachrestaurant. 51 Jahre empfängt er mittlerweile schon seine Gäste, doch nun naht das Ende mit Riesenschritten. «Ende Januar ist Schluss», erklärt Farese.

Wie es dann mit dem Betrieb weitergeht, weiss er nicht. «Migros sagt uns nichts.» Er hat noch den Februar über Zeit zum Räumen. Ob dann, wie spekuliert wird, bereits im März mit Umbauarbeiten begonnen wird, weiss niemand im «Astoria». Farese vermutet, dass die Zimmer bleiben könnten, jedoch das Dachrestaurant nicht weitergeführt würde. Doch das ist nur seine Vermutung – denn bei Migros Aare steckt man offenbar noch im Entscheidfindungs-Prozess. Mediensprecherin Andrea Bauer: «Noch ist nichts entschieden. Die Weiterführung als Hotel oder mögliche Umnutzungen werden zur Zeit geprüft.»

Eine klare Ansage an der Baselstrasse

Wesentlich konkreter sehen die Migros-Pläne an der Baselstrasse im ehemaligen Amag-Center aus. Zwar war man nach einer Einsprache der Bipperlisi-Betreiberin Aare Seeland Mobil asm auch mit Verzögerungen konfrontiert gewesen, doch aktuell wird fleissig umgebaut, damit am 21. November die neue Migros-Filiale an der Baselstrasse eröffnet werden kann.

«Planung und Ausführung sind auf Kurs», betont Andrea Bauer. Es werde «einen modernen Supermarkt nach den neusten Ladenbau-Standards der Migros Aare» geben, der sich einerseits als Nahversorger für das umliegende Quartier, aber auch als praktische Einkaufsmöglichkeit für Pendler verstehe.

Auf dem Öufi-Areal tut sich endlich etwas

«Auch dieses Projekt ist am Laufen», teilt Andrea Bauer lakonisch mit – doch bauen müssen für die künftigen Mieter Migros und Denner andere auf dem Öufi-Areal beim Jumbo-Kreisel. Die Grundeigentümerin, die Sasolim AG, hatte jahrelang einen Neubau neben der ebenfalls bei ihr eingemieteten Öufi-Brauerei angestrebt.

Zuletzt gab es dann Anfang Jahr einen Sinneswandel: Mangels Investoren wurde auf den Neubau und damit eine unterirdische Parkierung verzichtet, die künftige Verkaufsfläche von Migros und Denner von 1400 auf noch 1070 Quadratmeter reduziert. Bestehen bleibt vor allem der stirnseitig an die Bielstrasse stossende «grüne» Gebäudeblock, der bis vor einigen Jahren noch das Theater Mausefalle beherbergt hatte.

Zwar hatte es auch gegen dieses reduzierte Projekt eine Einsprache gegeben, die jedoch später zurückgezogen worden war. «Am 17. September hat daraufhin die Baukommission die entsprechende Baubewilligung erteilt», bestätigt Anton Rindlisbacher, Chef des Bauinspektorats beim Stadtbauamt, auf Anfrage.

Das Dach wird neu begrünt

«Wir haben mit dem Einsprecher einen Deal gemacht», zeigt Raoul Stampfli, Verwaltungsratspräsident der Sasolim AG auf, wie der Sinneswandel und Rückzug der Einsprache zustande gekommen ist. Neu wird das «grüne Haus» nämlich ein begrüntes Dach erhalten – das sei ihm die zusätzlichen 50'000 Franken wert, so Stampfli.

Mit dem Um- und Rückbau bleibe man auch unter den 1500 Fahrten täglich, die eine verkehrsintensive Nutzung definieren. So wird das Geschoss über dem Migros-Parterre eine Parkgarage enthalten, bestehen bleiben die oberirdischen Parkplätze auf dem Areal, «allerdings künftig bewirtschaftet.» Stampfli hofft, dass die Abrissarbeiten im hinteren Teil der Altbauten nun im Herbst beginnen können.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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