Tatsächlich lösten 2018 ein Todesfall und ein Unfall mit einem Schwerverletzten Bestürzung aus: In einem Waldstück verunfallte damals ein 38-jähriger «Swiss Bike Cup»-Teilnehmer aus dem Waadtland tödlich. Und in der Schaalgasse kollidierte am Abend des Eröffnungstages anlässlich des einmaligen Anlasses «Chasing Cancellara» ein 16-jähriger Bike-Pilot mit einem Passanten, der zwischen den Abschrankungen unerwartet auf die Rennstrecke hinaus gerannt war. Der junge Mann wurde nach dem schweren Zusammenstoss mit dem Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma ins künstliche Koma versetzt.

Todesfall ist abgeschlossen

Ein Jahr nach dem Vorfall ergibt eine Anfrage bei der Solothurner Staatsanwaltschaft folgendes Ergebnis: Die Ermittlungen zum Todesfall beim «Swiss Bike Cup» sind abgeschlossen. «Es konnte keine Fremdeinwirkung festgestellt werden», sagt dazu Jan Lindenpütz, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bereits kurz nach dem Vorfall war klar, dass die Strecke angesichts einer Prüfung durch den Internationalen Radsportverband als sicher eingestuft werden konnte. Man ging bereits damals von einer Verkettung unglücklicher Umstände aus.

Respekt gegenüber der Familie

Was den Unfall in der Altstadt angehe, scheint die Angelegenheit komplexer. Hier könne man keine Aussagen machen: «Der Fall ist noch hängig», sagt Jan Lindenpütz weiter. Gemäss damaligen Aussagen sei am Ort des Unfalls bei der Absperrung ein Streckenwart im Rollstuhl im Einsatz gewesen, der den Vorfall kaum hätte verhindern können. Auf direkte Nachfrage bei den Organisatoren der «Bike Days» verweist Mediensprecherin Olivia Schoch ebenfalls auf die noch offenen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft. «Wir selbst wurden nach dem Unfall wiederholt über die Fortschritte der Genesung des jungen Mannes informiert.» Allerdings gelte es zu respektieren, dass die Familie des Verunfallten nicht öffentlich zum Fall Stellung nehmen wolle. Doch welche Konsequenzen für die elfte Durchführung zieht man aus dem Vorfall? «Das Chasing Cancellara wurde anlässlich des Zehn-Jahre-Jubiläums der Bike Days mit einer einmaligen Ausnahmebewilligung durchgeführt.» So sei eine Wiederholung nie zur Debatte gestanden. «Das Format war ein einmaliger Zusatz anlässlich des Jubiläums.»

Sache des Veranstalters

Kaum Neues ist zum verhängnisvollen Sturz des jungen Bikers bei den Stadtbehörden zu erfahren. Urs F. Meyer, Leiter des Personal- und Rechtsdienstes erklärt, die Stadt Solothurn sei nicht mehr in das Verfahren involviert. «Die Streckensicherung des Rennkurses durch die Altstadt war Sache des Veranstalters», weist er allfällige Spekulationen um eine (Teil)-Haftung des Durchführungsortes Solothurn zurück. Und auch Meier erklärt, dass «Chasing Cancellara» eine einmalige Austragung gewesen sei und eine Neuauflage gar nicht Thema sei.