HESO-Forum
Was der FC Basel für den Erfolg tun muss

Ganz im Zeichen des Fussballs stand nicht nur das «Outfit» der Reithalle, sondern auch das HESO-Forum selbst: Es referierte mit Bernhard Heusler der Präsident des Schweizer Meisters FC Basel.

Wolfgang Wagmann
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Jürg Naegeli/ZVG

Vor 300 Gästen traten zwei Erfolgreiche auf: Zuerst einmal HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner, der eine ausverkaufte Herbstmesse Solothurn vermelden konnte. «Und das drei Monate vor Messebeginn!» Das sei nicht selbstverständlich in einem sich rasch wandelnden Umfeld für Messeveranstalter – auch er habe sich zuletzt mit vielen kritischen Rückmeldungen auseinandersetzen müssen. Solche Auseinandersetzungen ist sich auch der Hauptreferent des Abends gewohnt: Bernhard Heusler, Präsident des FC Basel.

200 Mitarbeiter führt er durch das Fussballgeschäft, das gigantische finanzielle Dimensionen angenommen hat. «Allein die Champions League setzt jährlich 2 Milliarden Euro um.» Heusler legte seine Führungsgrundsätze dar, um in diesem Haifischbecken mit dem Schweizer Meisterklub bestehen zu können. «Alles richtig gemacht – das gilt nie für die Führung», mahnte er Realitätssinn statt Narzissmus an. «Jede Saison fängt mit null an» oder «wenn Sie Ihr Unternehmen weiterentwickeln wollen, seien Sie nie Everybodys Darling», sind weitere Grundsätze für Bernhard Heusler, um sein Unternehmen, den FC Basel, erfolgreich zu führen.

Denn man habe auch am Rheinknie vier Krisenjahre gehabt. «Da wurde Zürich dreimal Meister. Und das ist noch gar nicht so lange her», warnte er vor aktuellem Hintergrund, dass auch ein Klub wie der seine vor Rückschlägen nie gefeit ist.

Ein Kleiner mit grossen Ideen

1,5 Mio. Euro erhält der Schweizer Meister an Fernsehgeldern, 60 Mio. Bayern München «und in England fliessen noch für den Absteiger der Premier League 150 Mio. Euro», skizzierte Heusler, wo es in Europas Spitzenfussball langgeht. Oder Real Madrid, mit einem Jahresumsatz von 600 Mio. Euro: Der Verein kauft einen James Rodriguez für 80 Mio., nimmt aber mit dem Leibchenverkauf des Stars binnen kurzem 20 Mio. Euro ein. «Wir dagegen verkaufen von einem Spitzenspieler 400 Trikots – im Jahr.»

Deshalb habe der FC Basel eine ganz andere Struktur als die Spitzenklubs in Spanien oder England: 71 Prozent des Jahresumsatzes «machen wir mit den Zuschauern, also den Menschen». So versuche man, den Auftritt des FCB in den sozialen Medien zu optimieren, doch das Hauptziel sei es, die Zahl von 10 000 Klubmitgliedern zu erreichen.

Einen weiteren wichtigen Punkt streifte der FCB-Präsident: Es gelte, das Vertrauen der Spieler zu erwerben und zu erhalten. «Deshalb gingen wir jeden Samstag mit Granit Xhakas Vater Pizza essen.» Denn auch dank seiner erfolgreichen Transferpolitik konnte der FC Basel in den letzten vier Jahren stets ein solides, positives Geschäftsergebnis vorweisen.

Was die HESO alles bietet

Damit war die Bühne frei für die Themen, die Solothurn an der diesjährigen Herbstmesse umtreiben werden. Fritz Rothen, Geschäftsführer von IP Suisse, präsentierte die von seinem 20 000 Landwirte umfassenden Verband geplante Sonderschau unter dem Titel «Lebensmittel nachhaltig produziert.» Dabei darf sich das HESO-Publikum auf eine wahrlich «bodennahe» Ausstellung freuen.

Als Gastregion wird dieses Jahr das Haslital im Berner Oberland seine Vorzüge in Solothurn präsentieren. Und natürlich zeigt auch die HESO 2016 Herz, gibt sie doch dem Verein Insieme in seinem Jubiläumsjahr eine willkommene Auftrittsmöglichkeit, wie Co-Präsidentin Claudia Rüegsegger in der Reithalle dankbar festhielt.