Im Januar ist die Luft kalt und klar, und über Solothurn hängt nur selten Nebel. Die Wintersonne scheint Tag für Tag auf die Bsetzisteine, die schneebedeckten Wälder des Juras und die Besucher der Filmtage. Die kühle Luft macht ihnen nichts aus, denn draussen anstehen müssen sie nie – das Ticketing funktioniert tipptopp. Im Februar dann, wenn am 28. die Chesslete durch Solothurn rattert, sind die Temperaturen milder, und natürlich bleibt es trocken. Kein Konfetti klebt an den Schuhen, keine nassen Füsse gibt’s am Umzug. Dafür sternenklare Nächte an der Gassenfasnacht. «Wie bstöut!»

Der März ist 2019 um einiges besser als letztes Jahr. Ein Bierchen am Aaremürli liegt bei diesen Frühlingstemperaturen durchaus drin – letztes Jahr stieg die Temperatur kaum über 5 Grad. Kein Stiefmütterchen muss im Schnee erblühen, und auch die frühmorgendlichen Märetbesuche sind wieder erträglich, schliesslich geht in Solothurn die Sonne schon um 6.56 Uhr auf.

Der April bringt uns Biertage für die Geschichte. Trotz Ankündigung der Veranstalter, nicht weiter wachsen zu wollen, besuchen über 20 000 Trinkfreudige zwischen dem 25. und 27. unsere Stadt. Im Mai dann finden die Bike Days, der slowUp und die Literaturtage statt. Zum Glück diesmal ohne tragische Unfälle. Am Schluss des Monats bleibt die Frage: Wann gehört Solothurn wieder den Solothurnern?

Im Juni. Die Stadt befindet sich in Vorsommerferienstimmung. Die Hafebar hat jeden Tag geöffnet und – neu! – niemandem landet ein Vogeldreck auf Kopf oder Schulter. Die Saatkrähen-Kolonie hat sich Anfang des Jahres verzogen, ihr fehlte der Nebel (den sie in Olten fand).

Im Juli und August ist es schön warm, aber nicht heiss. Einen Hitzesommer wie 2018 gibt es nicht. Am Streetfood Festival bäckt man nicht die weltgrösste Solothurner Torte, sondern kocht die weltbeste Solothurner Wysuppe – so viel, dass wir auch noch im September davon schlürfen dürfen. Und ab dem 21. Oktober dann sollte auch die Sicht auf den goldenen Herbst wieder frei sein, da nach den Wahlen die Plakate endlich wieder von den Strassenrändern verschwinden.

Im November, Sie ahnen es, knipsen wir die Weihnachtsbeleuchtung an, trinken erste Tassen Glühwein, stechen erste Mailänderli aus. Vielleicht denken Sie schon an Geschenke? Der Schnee rieselt sanft auf die Stadt, alles ist ruhig und friedlich. Und Ende Dezember denken wir: 2019 war ein schönes Jahr.