Klimaschutz-Demo

Warum wichen die Demonstranten von ihrer Route ab?

Friedlich und ohne Sachbeschädigungen – so resümiert die Stadtpolizei die Klimaschutz-Demonstration vom Wochenende. Nur die mehrfachen Abweichungen von der Route könnten ein Nachspiel haben.

Von Jung bis Alt lockte das Thema des Klimaschutzes am Wochenende landauf landab viele besorgte Bürger auf die Strasse. Allein in Solothurn demonstrierten rund 500 Personen für einen System- statt Klimawandel. Und zwar friedlich, wie auch Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, im Nachgang bestätigt: Auch sei es zu keinen Sachbeschädigungen gekommen. 

Demonstranten landen auf der Werkhofstrasse

Allerdings seien die Demonstranten mehrfach von der Route abgewichen: Die bewilligte Demo sollte vom Hauptbahnhof über die Kreuzackerbrücke via Kronenstutz, Kronenplatz, Zeughausplatz, Rathaus, Franziskanertor und über die Nordringstrasse zum Zielpunkt, dem roten Platz vor der Baloise Bank SoBa führen. «Doch statt über den Zeughausplatz nahmen die Demonstranten Kurs Richtung Märetplatz», so Fedeli. Und anstatt auf die Nordringstrasse abzubiegen, schlugen sie eine alternative Route über die Werkhofstrasse ein. Zu guter Letzt landeten die Demonstranten auf dem Amthausplatz statt dem roten Vorplatz der Baloise Bank SoBa, wie Fedeli weiter informiert. 

Klima-Demo Solothurn 02.02.19

Klima-Demo Solothurn 02.02.19

An die 500 Personen zogen am Samstag Nachmittag vom Hauptbahnhof in Solothurn durch die Altstadt bis auf den Amthausplatz und demonstrierten für mehr Klimaschutz.

Sanktionen und andere Folgen?

Gerade die Abweichung auf die dicht befahrene Transitachse der Werkhofstrasse dürfte noch zu reden geben. Und könnte womöglich auch noch auf politischer Ebene aufgegriffen werden. Es wäre nicht zum ersten Mal, dass Demonstrationen Anlass für irgendwelche Vorstösse im Gemeinderat gäben.

Laut eines Augenzeugen habe ein einzelner Demonstrant die alternative Route forciert. Die Polizei reagierte, indem sie den Verkehr auf der Werkhofstrasse sperrte. Mit Ausrufen wie «Fahret Zug!» adressierten die Demonstranten ihre Klimaparolen direkt an die wartenden Autofahrer.

Der Polizeikommandant Peter Fedeli erklärt, weswegen man die Abweichungen nicht verhindert habe: «Wir mussten eine Abwägung vornehmen und haben so eine Eskalation der Situation verhindert.» Allerdings prüfe man aktuell Sanktionen gegen die Veranstalter.

«Ein klares Zeichen setzen»

Versöhnliche Töne sind indes vom Organisationskomitee der Demo-Initianten zu hören. Lara Frey: «Wir sind von der genehmigten Route abgewichen, weil das Ziel der Demonstration es war, möglichst viele Leute zu erreichen und ein klares Zeichen zu setzen.» Man habe den Ernst der Lage betonen wollen und möchte das weiterhin. «Und da das Parlament sich nicht beirren zu lassen scheint, wollten wir auch etwas Aufsehen erregen, um ihnen klar zu machen, dass es so nicht weitergehen kann.»

Allerdings sei das Organisationskomitee keinesfalls darauf aus gewesen, die Polizei zu verärgern und sie zu provozieren, im Gegenteil: «Wir sind sehr beeindruckt von ihrer Professionalität und auch ihrer Spontaneität, wie sie die ganze Situation gehandhabt haben, auch schon im Vorfeld der Demonstration und des Klimastreiks am 18. Januar», so die dankenden Worte von Lara Frey. 

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