Zunftober Peter Keller fiel oder stolperte «chronisch» über das «Unwort» Krone – denn diese oder vielmehr das als Fasnachtsbeiz reaktivierte Gebäude hatte die Fasnacht 2013 eben «chronisch» begleitet. Weiter ging Keller der Frage nach, ob der Vaubandständer überall so heisse. «Nein er wird nur in Solothurn so genannt. Ansonsten sind es Gitter für grossräumige Absperrungen – beispielsweise von Grenchen», spielte er auf die Tatsache an, dass dieses besagte Ständer für den Solothurner Umzug lieferte.

Schöne Wortspiele wie «Öufi-Bier unerreicht – vieri gsoffe, föifi gseicht» oder «Unsere Bööggiers sind Pyromanen, Kurt Fluri ein Büroman» lieferte der Ober nach, eher er den ersten Schwanengesang ankündigte: Martin «Tinu» Gurtner, seit 1996 in der Narrenzunft, und zehn Jahre lang gewesener Wagenbauchef, gab seinen Abschied vor dem Aschermittwochpublikum in Zunfthaus zu Wirthen, im für die «Krone» eingesprungenen «Roten Turm» und im «Alten Stephan».

In der Metzgerei Wälchli

Gurtner, kein Kind von Traurigkeit, triefte nochmals vor Narrenspeuz. Angesichts der Kinderzulagen des Stadtpräsidenten sei er froh, «ist Kurt Fluri so engagiert. Wäre er mehr daheim, würde er noch mehr verdienen.» Zum Märetfescht-OK-Präsidenten bemerkte der scheidende Narr, dass Marco Lupi wohl im Festverlauf 20 Kilometer zurücklege. «Aber damit müsste er 120 Jahre OK-Präsi sein, um sein Wunschgewicht zu erreichen.» Zurückblickend auf seine Narrenzeit rechnete Gurtner sarkastisch vor: «Ich habe 32 Zünftler kennengelernt¨– und 46 Zunftfrauen.» Die Liebe beschäftigte ihn weiter: Ein knutschendes Liebespäärli vor der Meztgerei Wälichli und entsprechende Kommentare seiner Frau inspirierte Gurtner zu einer viel belachten Ballade, ein Wechselspiel zwischen Zungenkuss draussen und Gnagi drinnen in der Metzg.

Bericht «vo de Höööf»

Nach einer amüsanten Einlage als Telefon-Aushilfe im Stadtpräsidium gab Ober Keller die Manege frei für Zampano Samuel Hofer. «Als schönster Junggeselle der Zunft» mit dem Amt des Frauennarrs betraut, lieferte Hofer eine Zwerchfellerschütterndes ab. Sein Rapport aus der grossfusionierten Neugemeinde «Höööf» – Winistorf, Heinrichswil und Hersiwil – gipfelte in der Feststellung: «Bei uns gibts ein Adventsfenster nur alle zwei Jahre. Für ein Jahr haben wir zu wenig Häuser.» Dann bekam Vorredner Gurtner von Hofer sein Fett weg mit einer wunderschön vorgetragenen Ode. Spengler- und Sanitärmeister Gurtner hatte sich nach einem Monster-Applaus kaum entspannt, das stand Hofer nochmals auf und lieferte eine Version «kurz-scharf» nach: «Tinu klein kaum konnt er schnören, befasste er sich nur mit Röhren.»

«Le vieux Stephan»

Nun war der Kelch an Zunft-«Silberrücken» Gaudenz Fluri, dem langjährigen Säckelmeister. Auch er widmete sich verschiedenen Aspekten des Geschlechterkampfs und einer Simultan-Übersetzung aus dem «Vieux Stephan», ehe er sich in zwei Tranchen zur Melodie des «Guggerzytlis» für immer vom Publikum verabschiedete – hin und hergerissen, ob er noch bleiben solle oder nicht. Die Fasnacht 2013 jedoch schwebte nun in Lebensgefahr – ehe Ober Peter Keller den Exitus mit dem obligaten Schlussvers besiegelte.