Um die Hintergründe und Pläne des Projektes näher zu erläutern, luden das Museum und das Stadtbauamt zu einer Informationsveranstaltung

Das Kunstmuseum Solothurn steht unter kantonalem Schutz und gehört zu den zehn bedeutendsten Kunstmuseen der Schweiz. Einzigartig ist die Sammlung von Schweizer Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart.

Darunter befinden sich Werke von Buchser, Hodler, Amiet und Frölicher. Jüngst dazu kam auch ein weiterer Picasso aus den 1930er-Jahren. Ergänzt werden soll die Sammlung durch einen Nachlass von Cuno Amiet mit rund 200 Ölbildern und zahlreichen Zeichnungen.

Jetziger Raum ist zum Bersten voll

Bereits bei der Erstellung des heutigen Kulturgüterschutzraumes im Jahre 1981 stiess dieser räumlich an Grenzen. Inzwischen platzt er aus allen Nähten, wie der Konservator des Museums, Christoph Vögele, einem kleinen Grüppchen von Interessierten mit Blick auf die Abstimmung erläuterte. Dass nicht mehr Leute den Anlass besuchten, lag wohl am prächtigen Spätsommerabend, den man bevorzugt im Freien verbrachte.

Im Argen liegen nicht nur die Platzverhältnisse. Auch klimatisch, sicherheitstechnisch und betrieblich genügt der Schutzraum den heutigen Anforderungen nicht mehr. «Die Wege sind vom Niveau und der Distanz her umständlich, und im Fall einer Katastrophe wären Kunstwerke, Besucher und das Personal gefährdet», sprach Christoph Vögele Klartext.

Zudem könnten aus Platzgründen in Zukunft keine Sammlungen und Schenkungen mehr angenommen werden, obwohl «das aktive Sammeln von Kunst eine der Kernaufgaben eines Museums ist». Dies auch deshalb, weil jede Generation ein Anrecht darauf habe, dass ihre Kunst der Nachwelt erhalten bleibe.

Kein Abbruch, sondern Ausbau

Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, stellte die gewählte Variante für den Erweiterungsbau vor und erinnerte daran, dass der jetzige Schutzraum erhalten bleibe. «Es geht nicht um einen Abbruch, sondern um eine Erweiterung, die die platzsparende und effektive Lagerung der Kulturgüter gewährleistet», so Lenggenhager.

Ferner sei geplant, einen behindertengerechten Zugang zu schaffen, die Treppen- und Lifterschliessung zu verbessern und die Fluchtwegsituation aus den Ausstellungs- und Betriebsräumen zu verbessern. Falls das Volk der Vorlage zustimmt, könnte der Bau 2015 fertiggestellt sein.

Am Brutto-Ergänzungskredit von 6,212 Mio. Franken beteiligt sich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit 0,68 Mio. Franken. Die Mathys-Stiftung für Wohlfahrt und Kultur unterstützt das Projekt mit 50 000 Franken. Die Netto-Belastung beläuft sich somit auf 5,482 Mio. Franken. Dank der Vorfinanzierung von 3,5 Mio. Franken bleibt schliesslich ein noch zu finanzierender Fehlbetrag an die gesamte Investitionssumme von 6,687 Mio. Franken von rund 2 Mio. Franken.

Ein Rundgang durch den jetzigen Kulturgüterschutzraum überzeugte die Besucher, dass Handlungsbedarf besteht. Ein weiterer Informationsabend ist auf heute, 11. September, 19 Uhr angesetzt.Kommentar rechts