Naturmuseum Solothurn
Warum der Stickstoff als «grüner Klee und Dynamit» gilt

Die Ausstellung «Grüner Klee und Dynamit» beleuchtet ab dem 3. Mai im Naturmuseum Solothurn die verschiedenen Gesichter des Stickstoffs. Sie geht auf seine Bedeutung ein, seine ökologische Problematik und seine politische Relevanz.

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Auch eine Salpetersiederei gehört zur Ausstellung. nms

Auch eine Salpetersiederei gehört zur Ausstellung. nms

Naturmuseum

Stickstoff ist geruchlos, farblos, und er lässt uns in seiner reinen Form sogar ersticken – daher auch sein Name. Und trotzdem: Ohne ihn läuft nichts! Er ist Bestandteil der menschlichen DNA und Proteine, kommt im Chlorophyll vor und lässt Ernten wachsen. Zudem ist er Grundbaustein für Sprengstoff.

In der Sonderausstellung «Grüner Klee und Dynamit – der Stickstoff und das Leben» werden die Besucher auf die spannende Reise durch die Geschichten des Stickstoffs mitgenommen. Dabei erleben sie diesen aussergewöhnlichen Stoff in all seinen Facetten: Einmal erscheint der Stickstoff als geliebter Kunstdünger, ein anderes Mal als Sprengstoff. Interaktive Elemente verhelfen, diesen wichtigen Stoff für uns begreifbar zu machen.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg und des Carl Bosch Museums und wurde gefördert durch die Klaus Tschira-Stiftung und aus Mitteln der High-Tech-Offensive Zukunft Bayern.

Vom Mittelalter bis heute

Während es früher Salpeterer waren, die in mittelalterlichen Ateliers unter erschwerten Bedingungen kleine Mengen an verwertbarem Stickstoff gewonnen haben, wird heute mithilfe moderner Hochtechnologie Stickstoff in fast unbegrenzten Mengen produziert. Die Haber-Bosch-Synthese verhalf dem Menschen plötzlich, Stickstoffdünger aus Luft und Erdgas herzustellen – eine Erfindung, die oft als wichtigste des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird. Denn sie ermöglichte bessere Ernten und damit einhergehend ein Bevölkerungswachstum, wie es ohne dieses Verfahren nicht denkbar gewesen wäre.

Kunst aus Stickstoff

Ob korallenartige Gebilde, Stalaktiten, Nadeln, kugelige Wucherungen oder pelzige Krusten – «wir sind gespannt auf die Installation des schweizerischen Künstlerduos Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger», erklärt Joya Müller vom Naturmuseum.

Zwei Aussenvitrinen des Museums werden vom Duo mit Kunstdüngerkristallen bespielt. Der Wachstumsprozess der Kristalle ist aber bei weitem noch nicht abgeschlossen... «Wir lassen uns gerne überraschen, wie sich die Objekte in unseren Vitrinen entwickeln», meint Müller weiter. (nms)

Lehrpersonen steht pädagogisches Material gratis zur Verfügung. Es sind dies ein Museumskoffer mit Aufträgen sowie ein Lehrerheft mit Hintergrundinformationen und Arbeitsblättern, herunterzuladen unter www.naturmuseum-so.ch