Solothurn
Vorstoss im Gemeinderat: Ist der Eintritt in die Badi bald gratis?

Am Dienstag diskutiert der Gemeinderat über eine Forderung der SP. Der Vorstoss: Der Eintritt in die Solothurner Badi soll für alle Einwohnerinnen und Einwohner gratis werden.

Fabio Vonarburg
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Sprungturm im Freibad an der Aare in Solothurn

Sprungturm im Freibad an der Aare in Solothurn

Michel Lüthi

Sechs Franken kostet ein Einzeleintritt ins Freibad Solothurn für einen Erwachsenen. Ginge es nach der SP-Fraktion im Gemeinderat, müssten jene, die in der Stadt wohnen, schon bald nicht mehr zum Geldbeutel greifen, wenn sie sich in der Badi abkühlen wollen. Der Eintritt soll für alle Einwohnerinnen und Einwohner gratis werden, wie dies bereits für Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr gilt.

«Wir sind der Meinung, dass es allen Stadtsolothurnerinnen und -solothurnern möglich sein sollte, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, die Badi zu benutzten», heisst es im Vorstoss, mit den Erstunterzeichnern Näder Helmy und Konrad Kocher. Zudem sei die Bewegung im Wasser nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig, sondern für alle Altersgruppen. «So wird es auch für Rentnerinnen und Rentner mit beschränkten finanziellen Mitteln möglich sein, aktiv etwas für ihre Gesundheitsprävention und -förderung zu tun», schreiben die Motionäre weiter und verweisen auf das Gefahrenpotenzial der Aare. Darum sei Schwimmkompetenz nicht nur für Kinder essenziell. «Die Stadt Solothurn kann sich aufgrund der sehr hohen Gewinne der letzten Jahre einen Gratiseintritt für alle sicherlich leisten», schliesst die Motion, über die am Dienstag im Gemeinderat diskutiert wird.

Stadtpräsidium steht Idee ablehnend gegenüber

Wie viel diese Massnahme pro Jahr die Stadt kosten würde, kann das Stadtpräsidium nicht genau beziffern. Dies, weil bei den Einzeleintritten die Aufschlüsselung der Eintritte nach auswärtigen und Stadt Solothurner Gästen nicht möglich ist. Bei den Saisonabos würde für die Stadt im Jahr um die 105000 Franken wegfallen, wie der Schnitt der letzten drei Jahre zeigt.

Das Stadtpräsidium spricht sich gegen die Idee von Seiten der SP-Fraktion aus. Es sei fraglich, ob viele Solothurnerinnen und Solothurner wegen der Kosten von 6 Franken für einen Einzeleintritt, respektive 70 Franken für ein Saisonabonnement, auf einen Badibesuch verzichten würden. Ebenso könne hinterfragt werden, ob die Gesundheitsprävention im Alter mit dem Gratiseintritt besser würde, heisst es in der Antwort weiter. «Bei den meisten Personen spielt weniger das Geld als vielmehr das Medium Wasser eine entscheidende Rolle.»

Zudem verweist das Stadtpräsidium auf zwei weitere Probleme. Erstens könnten sich Einwohner von umliegenden Gemeinden ungleich behandelt fühlen, zumal sie einen Beitrag aus Steuergeldern an die Stadt Solothurn zahlen, als Ausgleich für die Zentrumslast, die Solothurn trägt. Zweitens macht das Stadtpräsidium auf ein organisatorisches Problem aufmerksam: So müsste ein Kontrollsystem eingerichtete werden, um die Gemeindezugehörigkeit feststellen zu können.

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