Paradox: Das einzige Votum des Abends mit Folgen aus der Saalmitte betraf am Schluss einen kleinen Punkt in der Teilrevision des Gebührentarifs: Anne Allemann hatte die Beibehaltung der bisherigen Gebühr von 10 statt neu 20 Franken für die Meldebescheinigung gefordert - und fand dafür eine Mehrheit. Die Millionenkredite - noch brutto 18,25 für die Stadttheatersanierung sowie 1,5 Mio. Franken für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Naturmuseum blieben nicht nur unbestritten, sondern wurden allesamt mit kräftigem, ja anhaltendem Applaus ausdrücklich gutgeheissen. Die Fans des Stadttheaters hatten gründlich mobilisiert, von Gegnern war nichts auszumachen im Landhaussaal.

Ein Loblied aufs Stadttheater

So rannte Stadtpräsident Kurt Fluri regelrecht offene Türen ein, als er (wiederholt) auf die lange Theatertradition von Solothurn verwies, das über das älteste Theater der Schweiz überhaupt verfüge. «Sehr gute Rezensionen», eine «Auslastung von 73 Prozent», die «Eigenfinanzierung von 25 statt der im Leistungsauftrag geforderten 17 Prozent» führte der Stadtpräsident ebenso ins Feld wie die Beiträge des Lotteriefonds von 5 Mio. Franken, einer weiteren halben Million aus einer privaten Stiftung, die noch ausdrücklich vor der Gemeindeversammlung bestätigt worden war, sowie die bereits getätigten Vorfinanzierungen von über 10 Mio. Franken. So seien die verbleibenden zu finanzierenden 3,8 Mio. Franken «zwar immer noch viel Geld», aber absolut verkraftbar, meinte Fluri.

Keine Infos zur Theaterauslagerung während Umbau

Einen überzeugenden Eindruck hinterliess dem Applaus nach zu schliessen vor allem Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, mit der eigentlichen Präsentation des Umbauvorhabens. Klar skizzierte sie den Weg bis zum jetzt vorliegenden Sanierungsprojekt, ging Stockwerk für Stockwerk auf alle Einzelheiten der Neuplanung ein und konnte zuletzt vermelden, dass auch die terminlichen Risiken in Sachen Kantonsarchäologie eingrenzbarer geworden seien.

Sie wie Kurt Fluri wiesen zudem nach, dass mit dem für städtische Liegenschaften angewandten Rechenmodell die jährlichen Folgekosten des Umbaus wesentlich tiefer als die im Gemeinderat kritisierten 3,1 Mio. Franken seien. Nicht konkreter wurde man im Landhaussaal dagegen zu den möglichen Auslagerungskosten des Spielbetriebs, bis gemäss Terminplan Ende 2014 das umgebaute Stadttheater wieder bespielbar ist.

Der Rest ist rasch erzählt: Das mit einer Mio. Franken Defizit «schwach rote» Budget 2012 wurde ebenso durchgewinkt wie der vom neuen Konservator Thomas Briner vertretene 1,5-Mio.-Kredit für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Naturmuseum. Und schon gar nicht mehr feiss machten den Braten die Teilrevision des Gebührentarifs, des Bau- und Zonenreglements sowie die Änderung des Submissionsreglements. So konnte um 21.45 Uhr Stadtpräsident Kurt Fluri die Gemeindeversammlung mit der Verabschiedung und Verdankung von Urs Bentz, Leiter Soziale Dienste, schliessen.