Stadtbummel

Vorfreude auf die «Rue de Blamage»

Der Dresscode kann schnell zum Stresscode werden.

Der Dresscode wird rasch einmal zum Stresscode, wenn es um grösere Auftritte geht. Wie zum Beispiel am Märetfescht. Ein Endlos-Laufsteg vor langen Reihen dicht besetzter Festbänke, Hunderte von Augenpaaren, die Dich gnadenlos... Ausziehen? Nun, bei gefühlten 40 Grad in den Gassenschluchten gibt es nicht mehr viel anzuziehen. Da schreiten Pommes- und Kebab-Trägerinnen mit Spaghetti-Trägern einher und bleiben als Frauen doch unter sich. Städterinnen, die mehr zu verbergen als zu zeigen haben, sind vielleicht mit einem leichten, wallenden «Kaff-tan» ganz gut beraten. Bayern meinen vielleicht, es wäre doch «a Bikini a toll». Dem können wir nur auf exakt elf Metern links und rechts der Aare zustimmen. Die «Rue de Blamage» soll auch am Märetfescht dort bleiben, wo sie ist: unten am Landhausquai.

Overdressed wirkt er jeweils ja nicht gerade, unser Stadtpräsident. Den Tiefpunkt textilen Schaffens haben wir an Kurt Fluris Body vor gut einem Monat bei einem FDP-Wahlanlass festgestellt. Da wurde der stadtpräsidiale Body zum «Nobody», ja «No-go-Body.»Dabei hätte Fluri es auch am Märetfescht so einfach, orientierte er sich an seinem Studentennamen. Und trüge ganz einfach ein weit geschnittenes, fluffiges «Polo»-Shirt.

Stress pur ist auch die Wahl des Schuhwerks. Flipflops gehören an die «Rue de Blamage». Mit Highheels bist Du auch oben in der Altstadt auf dieser unterwegs – ziemlich garantiert. Und barfuss? High risk, wegen Schirbi und so. Hippe Turnschuhe vielleicht? Birkenstock wirkt wie ein Schock. Und Männer: Heilandsandalen sehen schlimm aus! Mit Socken sogar grauenhaft! Gar nicht so einfach. Aber für etwas haben wir ja reihenweise Schuh-läden. Und schliesslich heisst es ja Määääret-Fescht. Shoppen statt nur Saufen ist also nicht verboten.

Das Dressing kann umsatzfördernd sein. Im Salat oder hinter der Bar und ihren Maiden. Der Umsatz. Was beeinflusst ihn? Die Verkehrslage zum Beispiel. Märetplatz ist besser als Stalden. Gar nichts geht am Märetfescht an der Baselstrasse – ausser vielleicht im «Sternen». Dessen harte Zeiten noch kommen. Wenn sie die Baselstrasse umbauen. Auf ein Bipperlisi links und ein Bipperlisi rechts. Zwei Jahre lang. Zur «Rue de Blamage»? Nun, für den «Sternen» flackert noch ein Hoffnungslämpli. Die Raststätten Gunzgen Nord haben ja für ihre Ertragsausfälle beim Ausbau der A1 auf drei Spuren Entschädigung gekriegt. Bestätigt das Bundesgericht.
Tja, wir sind etwas abgeschweift.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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