Altstadt-Brand
Vor einem Jahr brannte die Solothurner Altstadt

Genau vor einem Jahr brannte es in der Solothurner Altstadt. Insgesamt fünf Häuser wurden durch die Flammen beschädigt. Seit Oktober laufen die Renovierungsarbeiten. Doch noch sind die Folgen des Brandes vom 29. März 2011 nicht beseitigt.

Wolfgang Wagmann
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 Am 29. März 2011 steigen in der Altstadt dunkle Rauchwolken in den Frühlingshimmel.
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Der 29. März vor einem Jahr: Solothurn brennt...
 Um 14.54 Uhr trifft die Brandmeldung auf der Alarmzentrale ein, acht Minuten später ist die Feuerwehr vor Ort.
 In erster Linie betroffen ist auch das Geschäftshaus Sperisen an der Hauptgasse 54.
 Der Befund zeigt: Die Liegenschaften 54 und 56 müssen komplettsaniert werden.
 Nicht nur in der Goldgasse regnete es Brandtrümmer.
 Der Tag danach: Das Ausmass des Brandes wird sichtbar...
 Die Solothurner Gebäudeversicherung ging von einer anfänglichen Schadenssumme von bis zu 15 Millionen Franken aus...
 ... der Betrag konnte dann aber auf 5 Millionen Franken herunterkorrigiert werden. (Foto: Wolfgang Wagmann)
 Auslöser für den Brand war ein technischer Defekt im Dachbereich der Hauptgasse 54.
 Insgesamt fünf Häuser waren von dem Brand betroffen.
 Ein Übergreifen auf weitere Gebäude konnte dennoch verhindert werden.
 Für die Renovation auf engem Raum musste neben dem eigentlichen Baugerüst ein dachstützendes Gerüst errichtet werden.
 Ein Kran kam später hinzu.
 Noch mehr Kräne dominierten von da an die Altstadt.
 Die brandversehrte Ecke, wie sie sich heute präsentiert. Noch sind nicht alle «Narben» verschwunden.
 Zahlreiche Geschäfte, die wegen der Brandfolgen ihre Geschäfte zeitweilig schlossen, sind wieder auf Kurs.

Am 29. März 2011 steigen in der Altstadt dunkle Rauchwolken in den Frühlingshimmel.

Wolfgang Wagmann

29. März vor einem Jahr: Den ganzen Nachmittag lang hielt Solothurn den Atem an - nach dem stundenlangen Brand waren Häuser am Marktplatz beschädigt, zwei davon so schwer, dass sie für 5 Millionen Franken um- und quasi neu aufgebaut werden mussten. «Ab Oktober konnten wir anfangen und inzwischen haben wir Gas gegeben», blickt Bruno Walter auf eine gute, effiziente Zusammenarbeit mit den beauftragten Unternehmen zurück. Walter war mit dem Umbau der beiden durch Feuer und Löschwasser völlig unbrauchbar gewordenen Liegenschaften Hauptgasse 54 und 56 betraut worden, die beide dem Solothurner Urs Rudolf gehören.

Fünf Häuser standen in Brand

Dunkle Rauchwolken stiegen am sonnigen Frühlingstag heute vor genau einem Jahr über der Altstadt auf. Um 14.54 Uhr ging bei der Alarmzentrale die Meldung ein, es brenne an der Hauptgasse. Acht Minuten später war die Feuerwehr vor Ort. Doch bis dahin hatte das Feuer bereits eine Dreiviertelstunde vor den Augen (und Handys) der Passanten vor Ort gewütet - ohne, dass bis dahin offiziell eine Alarmierung stattgefunden hätte. Behauptungen, wonach bereits früher alarmiert worden sei und die Feuerwehr wertvolle Zeit habe verstreichen lassen, konnten nie bestätigt werden. Fazit des Brands: Fünf Häuser wurden durch das Feuer im Dachbereich beschädigt, zwei davon, die Hauptgasse 56 und 54, kamen um eine Komplettsanierung nicht herum. Trotz später Alarmierung konnte zumindest das Schlimmste verhindert werden: ein Brand der benachbarten Jesuitenkirche. Als Ursache des Feuers wurde ein technischer Defekt im Dachstock der Hausnummer 54 festgestellt. (ak)

Geschäfte sind eingezogen

Kurz vor dem Brand war festgestanden, dass anstelle der Boutique 54 von Vorbesitzer Franz Sperisen die gegenüber eingemietete Nile Trading einziehen würde - was nun nach der langen Verzögerung am 22. März Tatsache wurde. «Plangemäss», wie Bruno Walter betont, denn «wir haben beim Umbau die beiden Ladenlokalitäten vorgezogen.» So konnte die schon vorher im Haus Nummer 56 eingemietete Parfümerie Marrionaud bereits vor der Fasnacht den vorderen Geschäftsteil im Parterre wieder beziehen, den hinteren demnächst.

Das schmucke Ladenlokal von «Nile» nebenan erstreckt sich dagegen vom Keller über das Parterre bis ins erste Obergeschoss, und mit der neuen Filiale des Textil-, Schuh- und Accessoires-Anbieters konnte im vormaligen Geschäft gegenüber eine Herren-Boutique eingerichtet werden.

Und neue Wohnungen

Logistische Herausforderungen wie der riesige Kran in der Hauptgasse oder das Notdach sind inzwischen Geschichte, das Fassadengerüst dürfte jedoch noch bis im Juli stehen bleiben. Dann werden die fünf Wohnungen im Haus Nummer 54 und die sieben im östlichen Nachbarhaus bezugsbereit sein. Auch die enge, mit Brettern verschalte Goldgass-Passage wird in absehbarer Zeit verschwinden. Allerdings will sich das Team von Walter Architekten vorerst auf die «Schoggiseite», die Hausfassaden an der Hauptgasse, konzentrieren - im hinteren Bereich gebe es jedoch noch einiges zu tun.

Altstadt-Häuser vor einem Jahr und heute

Altstadt-Häuser vor einem Jahr und heute

AZ