Neues, erweitertes Hafenbargefühl: Da steht ein Fischer und fängt sogar einen. Auch wenn der nicht sofort, quasi an der Angel in die Küche weitergleitet wurde - man fühlt sich noch mehr ans Meer versetzt. Tiere zieren also nicht nur Strassen- und Wirtshausschilder. Vögel pfeifen, als ob es immer noch Frühling wäre. Das heisst die Finken schlagen, die Amseln flöten, die Tauben gurren, die Krähen krähen.

Wundert man sich bei einigen Singvögeln, dass sie’s noch immer tun, scheinen die schwarzen Gesellen für ihren Gesang keine Jahreszeit zu kennen. So erschrecken sie als angebliche Totenvögel schon in der Früh abergläubische Menschen. Aber wenigstens kündigen sie an, dass sie sich auf den Weg machen, Ghüdersäcke zu erforschen, die oft genug Tage zu früh auf die Trottoirs gestellt werden.

A propos Amseln: Die munteren Vögel gleichen sich je länger je mehr den Tauben an. Das zeigt sich darin, dass etliche unter ihnen keinerlei Furcht mehr kennen und munter vor des Bummlers Fuss herum hüpfen, und das nicht etwa in erschrockener Eile. Bald werden auch sie darauf warten, dass jedermann und jedes Fahrzeug einen anständigen Bogen um sie herum macht.

Wohl hat man sie in der Dämmerung schon immer wieder mal durch die Altstadt fliegenderweise huschen sehen, die Fledermaus. Dass sie jedoch in den Hingeren Gassen am helllichten Vormittag Quartier sucht, ist dem Stadtbummler neu. Interessant war’s allemal zuzuschauen, wie sie sich sogar durch feinen Maschendraht nicht aufhalten liess. Die meisten der genannten Tiere sind so genannte Kulturfolger. Sie folgen zum Beispiel unserer Kultur des Wegwerfens - siehe Ghüder und Krähen, schuhklauende Füchse etc.

Dann gibt es aber weitere: Da marschiert an einem Julitag doch ein Igel durch das Baseltor. Ob sich der stachlige Geselle für einen Gewalthaufen harnischgerüsteter Ritter hielt? Das Gefühl so aufzutreten, können wir im Harnischsaal des Museums Altes Zeughaus erfahren, indem wir uns mitten unter sie stellen. So ein Marsch à la Igel wurde im 14. Jahrhundert schon einmal versucht, was aber an Hans Roths Aufmerksamkeit scheiterte.

Um das Rathaus sah der Stadtbummler, auch das tagsüber eher eine Ausnahme, einen Marder flitzen - ein Schelm, der da Böses - z.B. ans Finanzdepartement - denkt oder sonst eine Analogie sucht. Dann gibt es auch jedes Jahr wieder Tiere am Chästag in der Vorstadt zu bestaunen. Früher gab’s den Säulimäret - der Friedhofplatz wird von eingefleischten Einheimischen noch immer so genannt: Gemeint sind dabei vierbeinige Ferkel, die quieken und ihr Wasser nicht halten können.