Nicht weniger als 14 Stunden hat der Stadtrundgang der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO durch die Stadt gedauert. Dabei wurden die 69 am fasnächtlichsten dekorierten Schaufenster und Beizen prämiert. Und zwei Betriebe erhielten gar eine neue Sonderauszeichnung der UNO für den besonders grossen Aufwand, den sie betrieben haben.

Traditionsgemäss begann der Rundgang am Samstag um neun Uhr in der Vorstadt. Generalstabsmässig war die Schaufenster- und Beizenprämierung durch UNO-Schryberin Sarah Etter geplant worden.

Ein ambitiöser Plan, den es einzuhalten galt. Als Erstes fiel den sieben anwesenden Mitgliedern des Vorstandes etwas Neues auf: Auf 23 Schaufenster verteilt über die ganze Stadt kann man die Konstruktionspläne der Böögge der letzten Jahre bestaunen, die jeweils an Aschermittwoch verbrannt wurden. So etwa beim Stempel Stüdeli, wo das Callgirl von 1995 ausgestellt ist.

Was die Schaufenster angeht, erhielt die Leist Optik das erste Bildli des Tages zugesprochen. Die zahlreichen Masken in der Auslage vermochten die UNO zu überzeugen. Einen Kleber mit der Aufschrift «schön, bravo, UNO» erhielt die Vinothek Affolter, stets ein sicherer Wert. Besonders erwähnenswert, und deshalb auch mit Bild und Kleber geehrt, sind das Restaurant Capitol und das Restaurant Il Ponte del Sole – bei Ersterem kann während der Fasnacht übrigens Unterwäsche ersteigert werden.

Ein letzter Hingucker in der Vorstadt war das kleine, aber feine Schaufenster von Mirjam Hauris Schmuckladen. Selbst ihr Schmuck ist ganz auf die Fasnacht ausgerichtet.

Dezent, aber dennoch fasnächtlich

Auf der anderen Aareseite liess bereits das erste Geschäft die UNO-Juroren vor Freude strahlen: Fasnächtliche Figuren von Luftschlangen umrahmt sind ein Blickfang bei HeimArt. Der besondere Clou aber ist ein Schalter aussen am Glas, mit dem man Lichter im Inneren aktivieren kann. Auch hier: «schön, bravo, UNO». Beim Spaziergang durch die Altstadt war die UNO dennoch etwas enttäuscht.

Lediglich etwa ein Viertel der Geschäfte haben ihre Schaufenster dekoriert – nun, die anderen haben noch zwei Tage Zeit bis zur Chesslete. Mehr Freude machten die Schaufenster der Stampfli Optik, des Gemeinnützigen Frauenvereins, der Ambassador-Apotheke sowie der Gloria Wäscherei, wo es handgemachte Bööggen-Figuren zu sehen gibt. Einmal mehr ein Höhepunkt ist die Auslage des Chuchilade: Ein fasnächtlicher Wegweiser gibt die Richtung an – so ist etwa Honolulu «huere wit» oder das Elisium «vüu zywit» weg.

Auch zahlreiche Beizen durften die Ehrungen der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft in Empfang nehmen. Hervorgetan haben sich die klassischen Fasnachtshochburgen wie das Chicken Chaotikum, der Tiger, die BarFuess, Johnny’s Grill oder Mediterrane Leckereien. Amüsant ist weiter die Uhren-Dekoration im Alten Stephan, dezent aber dennoch fasnächtlich.

Doppelte Ehre

Die UNO wäre nicht die UNO, würde sie sich nicht immer wieder etwas Neues überlegen. Zum ersten Mal wurden deshalb für besonders grosse Verdienste zwei Bildli überreicht. Eines für den gastronomischen Teil und eines für das Schaufenster oder die Dekoration. Erreicht haben dies der Ballzillus im Landhaus und der Circus WieduWotsch in der Garage des Hotels Krone. Letzterer ist übrigens ein Geheimtipp – der wohl nicht lange geheim bleiben wird.