Akademie der Generationen

Von Roll und von Sury: Schlaglichter auf Solothurns Patrizierfamilien

Marianne von Roll referiert über die Geschichte ihrer Familie.

Marianne von Roll referiert über die Geschichte ihrer Familie.

Die Nachfahren bedeutender Solothurner Patrizier stellen ihre Familien in ihren Stammsitzen vor.

Mit zwei Vorträgen wird die Herbstsaison der Akademie der Generationen in diesem Jahr aufwarten. Im Zentrum steht dabei die Rolle, die der Adel und die Patrizierfamilien von Roll und von Sury in den vergangenen Jahrhunderten in der Solothurner Gesellschaft eingenommen haben.

Am 29. Oktober um 10.30 Uhr wird Marianne von Roll im Rittersaal des Von-Roll-Hauses referieren: Der Stammbaum ihrer Familie reicht ins Jahr 1285 zurück. Damals nannten sie sich noch «de Rolle» und hatten über vier Generationen das Amt des «Syndic de Genève» inne. Ab 1495, seit mehr als 20 Generationen, besitzt und bewohnt die Familie ihr Stammhaus am Kronenplatz. Einerseits besetzten die männlichen Von-Roll-Nachkommen in Stadt und Kanton über Jahrhunderte hinweg wichtige Ämter, und andererseits erreichten sie in französischen Diensten hohe militärische Grade.

Mit der Gründung der von Roll’schen Eisenwerke in der Klus, der Von-Roll-Bierbrauerei und dem Kauf des Aarhofes als zukünftiges Ärztezentrum waren und sind die von Roll auch wirtschaftlich Pioniere. Marianne von Roll, geborene Oetterli, wird nicht als Nachfahrin, sondern als Eingeheiratete versuchen, den Zuhörern ein etwas detaillierteres Bild dieser Patrizierfamilie zu vermitteln.

Am 19. November um 10.30 Uhr wird im Schloss Waldegg Felix von Sury referieren: Die Familie Sury, später von Sury, wurde erstmals 1251 in Solothurn erwähnt und besitzt seit etwa 1400 das Bürgerrecht der Stadt. Im 16., 17. und 18. Jahrhundert, der Periode der französischen Ambassade waren die Surys eine der führenden Solothurner Patrizierfamilien. Auch im 19. und 20. Jahrhundert haben einzelne Familienmitglieder in Stadt, Kanton und weiteren Gebieten eine wichtige Rolle gespielt.

Felix von Sury, ein Vertreter des Zweiges der Büssy, wird die Bedeutung der von Sury und wichtiger Persönlichkeiten der Familie durch die Jahrhunderte beleuchten. Anhand von ausgewählten Objekten und Gebäuden wird er Schlaglichter auf die Familiengeschichte, deren Glanzpunkte und problematischen Seiten, werfen. Felix von Sury wird sich in seinen Ausführungen auf historische Fakten stützen, diese mit Überlieferungen und Anekdoten anreichern und auch persönliche Sichtweisen eines Nachgeborenen einbringen.

Dürfen nicht stehen bleiben

Nach von Roll und von Sury fehle nun noch eine bedeutende Familie in der Reihe: de Vigier. «Sobald hierzu die Grundlagen geschaffen sind, offerieren wir dem Publikum diese spannende Geschichte», so Rudolf Erzer, Initiant der Akademie der Generationen. Ebenso ist kommendes Jahr geplant, den Einsiedler der Verenaschlucht Michael Daum als Referenten einzuladen.

Das Programm in Solothurn wurde für diese Saison auf bloss zwei Vorträge reduziert, was auch Erzer bestätigt: «Wir konzentrieren uns nun mehr auf die Akademie der Generationen Berner Oberland im Hotel Eden in Spiez.» Dort nämlich verfügt die Institution über einen eigenen Ableger.

In Solothurn hingegen wolle man sich auf weniger, dafür umso ausgewähltere, exklusivere Vorträge beschränken. Dass sich die Akademie weiterentwickle, gehöre dazu, sagt Erzer: «Die Kulturszene entwickelt sich weiter. Ebenso darf auch die Akademie nicht stehen bleiben.» Derweil blickt Erzer auf umtriebige sechs Jahre seit der Gründung zurück: «In den letzten sechs Jahren haben wir rund 180 Vorlesungen organisiert. Und der grosse Publikumsaufmarsch bewies, dass ein Bedürfnis nach hochstehenden Vorträgen besteht.» (mgt/ak)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1