Viele Nachtschwärmer kennen ihn bestens. Und viele sagten zu später Stunde nicht: «Wir gehen noch in die Piano-Bar.» Sondern: «Mir göh no zum Izzet!» Doch das ist jetzt Geschichte. Nach 17 Jahren haben es Izzet Demirci und seine Frau Jildiz gesehen. «Zusammen mit drei Jahren auf dem Restaurant Wengiegg bin ich jetzt 20 Jahre im Geschäft. Und ständig spät nachts arbeiten möchte ich nicht mehr», blickt der inzwischen 56-jährige Bar-Betreiber auf seine Zeit unter dem Friedhofplatz zurück, wo an den Wochenenden jeweils erst um 4 morgens die letzten Gäste die Piano Bar verliessen.

Viel Stress habe es auch wegen den zuletzt von der Stadt be- und damit umstrittenen Öffnungszeiten gegeben. Doch geht Izzet Demirci weiterhin davon aus, dass die letzte Oase des Solothurner Nachtlebens auch unter seinen beiden Nachfolgern am Wochenende bis 4 Uhr geöffnet bleiben wird. Die bisherige Piano-Bar wird übrigens diesen Donnerstag als «Fryhof» neu eröffnet. «Die Solothurner waren sehr gute Gäste», schwärmt Demirci noch immer von den Zeiten, die nun definitiv hinter ihm liegen. Ohnehin: Die Stadt sei ihnen ans Herz gewachsen. «Wir hätten nie woanders leben wollen», gesteht das Ehepaat. «Und das hier wird unsere letzte Station sein.»

Setzen auf regionale Produkte

«Das hier» ist für Demircis eine völlige Neuorientierung. Beide bleiben damit aber Solothurn erhalten: In der Meistergasse, wenige Schritte oberhalb des Hotspots Landhausquai, möchte das Ehepaar Demirci zusammen mit Tochter Eda in den nächsten Jahren einen kulinarischen Akzent setzen. «Piano Wraps Take away Mediterrane Spezialitäten» ist das Geschäftslokal an der offiziellen Adresse Landhausquai 9 angeschrieben und liefert damit gleich die Programm-Ansage für das Angebot.

Wraps, Teigtaschen gefüllt mit Fleisch und Gemüse, sowie «Mese», mediterrane Spezialitäten, sind bei Dermicis zu haben – entweder auf den zwölf Sitzplätzen oder vor allem zum Mitnehmen. «Wir setzen auf regionale Produkte und damit auf Nachhaltigkeit», erklärt Jildiz Dermici. So beziehe man vor allem Gemüse und Eier vom Heissacker-Hof der Familie Reinhart in Oberrüttenen, bestens bekannt vom Solothurner Märet. «Auch das Fleisch sollte Bio-Qualität haben oder zumindest aus der Schweiz stammen», erklärt die Geschäftsfrau ihre Maxime.

Und: «Wir bereiten alles selbst zu. Es gibt auch keine Karte, sondern stets ein frisches Tagesangebot», betont Jildiz Dermici. Das laut Ehemann Izzet «für Solothurn völlig neuartige Konzept» bedinge viel Handarbeit und Einsatz in der Küche. «Doch das gefällt mir, ich mache das gerne», versichert sie mit Nachdruck.

Am Dienstag ab 17 Uhr wird «Piano Wrap» geöffnet sein. Und dann stets vom Dienstag bis Samstag von 10 bis 0.30 Uhr. Ganze ohne Nachtarbeit geht das Leben für die Demircis also nicht weiter.