Sie ist Kleinod und Refugium, touristischer Hotspot, aber auf jeden Fall eine Sehens- und Erlebenswürdigkeit. Dass die Einsiedelei gepflegt und gut erhalten daherkommt, ist mitunter einem Verein an Enthusiasten zu verdanken, der heuer ein Vereinsjubiläum feiert. Bei einem Glas Bürgerwein wurde vor 25 Jahren die Gesellschaft der Einsiedelei St. Verena Solothurn GESV mit 87 «Fans» aus der Taufe gehoben. Hauptinitiant war der 2014 verstorbene Paul Feser, dem diesen Frühling für seine zahlreichen Verdienste sogar eine Gedenktafel vor Ort gewidmet wurde.

Die Geburtsstunde des Vereins 1993 war eine für den Erhalt des Bijous wichtige Willensbekundung: Die Bürgergemeinde Solothurn befand sich damals in einer finanziellen Schieflage und erhielt auf diese Weise einen Retter in der Not: «Die Restaurierungs- Unterhalts- und Gestaltungsarbeiten an den Gebäuden und Kunstwerken, aber auch die Landschaftspflege entsprechen einer Daueraufgabe», schrieb im September 1993 die Solothurner Zeitung. Bereits zwischen 1810 und 1840 bestand zwar ein gleichnamiger Verein, der sich dann aber offenbar aus politischen Gründen wieder auflöste.

Es begann mit «Bachputzete»

Zu Beginn bestand die Hauptarbeit der GESV vorwiegend darin, das Bachbett frei und sauber und die Brücken und Wege instand zu halten. «Ein grosses und kostenintensives Projekt war dann die Restaurierung des Kreuzweges von 1613», erzählt Vereinsaktuar Markus von Arx. Dieser Weg konnte schliesslich 2000 unter Aufwartung des damaligen Bischofs Kurt Koch neu eingeweiht werden. Neu umfasst der ökumenische Meditationsweg rund 16 Stationen.

Die weitere Tätigkeitenliste der GESV beinhaltet mehrere Restaurationen: die des Altars, des heiligen Grabs, diverser Bilder sowie des Glasbilderzyklus in der Kirche Kreuzen. Zudem steuerte der Verein einen Zustupf zur Beschaffung der Kreuzen-Orgel bei. Weiter wurde der Glockenturm der St. Martinskapelle saniert, ebenso die Verenakapelle, und zwar anlässlich der Einsetzung der ehemaligen Einsiedlerin Verena Dubacher im Jahre 2009. Jüngster Streich unter Mitwirkung der GESV ist eine neue LED-Beleuchtung in der Martinskapelle.

Freiwillige beseitigen Kerzen-Müll in Verenaschlucht

Freiwillige beseitigen Kerzen-Müll in Verenaschlucht

Vom traditionell weihnachtlichen Kerzenmeer bleibt jeweils eine Menge Abfall zurück. Den entsorgen nun Freiwillige geduldig trotz Schlotterwetter. (Beitrag vom 26.Dezember 2017)

Bald 700'000 Franken investiert

«Die Gesellschaft konzentriert sich heute auf den Unterhalt der Kunstdenkmäler in der Schlucht, den Kapellen, in der Einsiedelei und der Kirche Kreuzen», sagt von Arx weiter. Die GESV – heute unter Vorsitz von Regierungsrat Roland Heim – hat in den vergangenen 25 Vereinsjahren gesamthaft knapp 670'000 Franken in Restauration und Unterhalt der Kunstdenkmäler und Kapellen investiert. Und: Fürs 26. Vereinsjahr sei bereits wieder ein Investitionsbeitrag von rund 33'000 Franken budgetiert.

Alle Arbeiten zum Erhalt und zur Aufwertung der Einsiedelei seien stets in enger Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde und dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Solothurn erfolgt. Dass die Einsiedelei laut Denkmalschutz auch zu den «Kulturgütern eidgenössischer Bedeutung» zählt, verleiht der Mission der GESV zusätzliche Bedeutung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen von mittlerweile über 300 Personen, aus Spenden und vor allem aus den Gebühren der durch die GESV durchgeführten Führungen. Dahinter wiederum steht ein Guide-Team aus vier Frauen und zwei Männern, die über ausgewiesene Fachkenntnisse und Sachwissen verfügen, um das Bijou, seine Geschichten, aber auch seine Mythen den interessierten Verenaschlucht-Gängern zu vermitteln.

Als einen der Jubiläumsanlässe der GESV werden die Vorstandsmitglieder am kommenden Samstag ab 7.30 Uhr bis zum Mittag am Samstagmäret mit einem Stand präsent sein. Infos: www.einsiedelei.ch