300 km in 100 Stunden
Von Basel nach Locarno: Solothurner erreicht Ziel in 99 Stunden und 15 Minuten

Jeremias Schaffner ist die ganze Woche gelaufen. 300 Kilometer von Basel nach Locarno hat der Solothurner innerhalb von 99 Stunden und 15 Minuten absolviert und damit sein Ziel erreicht.

Lea Durrer
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Jeremias Schaffner mit Begleiter Simon Herger beim Start in Basel
18 Bilder
Schaffner hat nach vier Stunden und 32 Km die Passhöhe Hauenstein erreicht
Mit Manuela Steiner von Radio 32 nach 55 Km und 6 Stunden in Aarburg
In Zofingen
Nottwil, bei 85 km. Jeremias wird An Tag 2 von Olivia Lanz, Roland Dreyfus und Simon Heger begleitet
Jeremias vor der Kappelbrücke in Luzern
Im Regen durch Luzern
Luc Boillat (Freund von der Hotelfachschule) bringt Jeremias in Luzern eine Coca Cola
Jeremias Schaffner in Meggen. 115 km sind durch
Greppen ist erreicht
Tag 3: Bruno Kernen begleitet Jeremias.
Nach 53 Stunden und die Hälfte der Strecke: Jeremias mit Bruno Kernen und Mirjam Hintermann bei Wassen
Silenen ist nach 56 Stunden erreicht
Fabian Grossmann begleitete Jeremias Schaffner von Wassen bis nach Faido
Jeremias Schaffner unterwegs von Basel nach Locarno
Das Läufer-Duo auf dem Gotthard-Pass
Ein Paar Turnschuhe hat Jeremias durchgelaufen
Nach 99 Stunden und 15 Minuten ist das Ziel erreicht

Jeremias Schaffner mit Begleiter Simon Herger beim Start in Basel

zvg

Bei strahlendem Sonnenschein läuft Jeremias Schaffner am Freitag auf der Piazza Grande in Locarno ein. Auch er strahlt bis über beide Ohren. Die 300 km von Basel ist er in 99 Stunden und 15 Minuten gelaufen – 45 Minuten unter seinem vorgegebenen Maximum.

«Ich war sehr erleichtert, als ich das Ziel erreicht habe», erzählt Schaffner. Er freut sich riesig über die gesammelten Sponsorengelder: 36 Franken pro Kilometer sind zusammengekommen. Auch Bruno Kernen hat noch Sponsoren gefunden. Insgesamt sind es so rund 10'000 Franken, die Schaffner dem Snowcamp des Ex-Skirennfahrers überweisen kann.

In fünf Etappen und Übernachtungsstopps in Bottenwil, Greppen, Wassen und Biasca hat er die Strecke absolviert. Als besonders hart stufte er bereits vor dem Lauf die Überquerung des Gotthardpasses ein. Zum Glück hatte er von Wassen bis Faido Gesellschaft durch einen guten Läufer. «Fabian Grossmann hat das Tempo mit 7,5 Km/h vorgegeben. Wir liefen direkt hintereinander. Er hat mich hochgezogen.»

Schwierig waren auch die Temperaturen. «Es war recht kühl», so Schaffner. Die Strapazen des Aufstiegs lohnten sich jedoch auf jeden Fall. «Der Moment auf der Gotthard-Passhöhe war super», schwärmt der Solothurner. «Zu dem Zeitpunkt habe ich gewusst, dass ich bereits 75 Kilometer gelaufen bin. Das war ein sehr schöner Moment, aber auch der Knackpunkt. Ich wusste: Jetzt geht es alles runter bis ins Ziel.»

Hart war für ihn auch die letzte Etappe von Biasca aus. An seinem letzten Lauftag startete er bereits um 7 Uhr. Es hat gezogen, die Temperaturen stiegen. Das verlangte Schaffner auf den letzten Kilometern nochmals alles ab. Ans Aufgeben habe er aber niemals gedacht, sagt er.

Gerne verzichtet hätte er jedoch auf den Regen. In der Zentralschweiz regnete es immer wieder sehr stark. «Uns ging die Laufkleidung aus. Es hat sich fast nicht mehr gelohnt, sich umzuziehen», blickt der 25-Jährige zurück. Zudem habe der Regen die Muskeln abkühlen lassen und auf die Stimmung geschlagen.

Fragen an Jeremias Schaffner

Wie viele Paar Turnschuhe haben Sie durchgelaufen?

1 Paar. Dieses habe ich direkt in Locarno entsorgt.

Der härteste Moment?

Der Abstieg vom Gotthard bis nach Biasca.

Die schönste Überraschung?

Als mein Kollege Roland Dreyfus in Sursee mit dem Rennvelo angefahren kam und scheinheilig fragte, ob ich auch Richtung Locarno fahren würde.

Der komfortabelste Schlafplatz?

Schwierig zu sagen. Sicherlich nicht in der Nacht auf Freitag. Da schliefen wir in Biasca im Auto in der Nähe der Gleise. Dort waren Bauarbeiten im Gange und die ganze Nacht tönte das Horn, mit dem die Arbeiter vor herannahenden Zügen gewarnt werden. Ich würd sagen, am komfortabelsten war es bei der Familie Rüfenacht in Bottenwil, der Familie meiner Freundin.

Das Leckerste, das Sie diese Woche gegessen haben?

Auch das ist schwierig zu sagen und wäre unfair den Gastfamilien gegenüber. Jedenfalls haben wir 35 Bananen im Auto transportiert. 3 sind übrig geblieben.

Das erste, das du im Ziel gemacht hast?

Ich habe ein Cüpli getrunken

Worauf hast du dich nach dem Lauf am meisten gefreut?

Auf den Grill-Abend mit der Familie in Locarno