Parking AG Solothurn
Vom Sorgenkind zum Juwel: Der Run auf die drei Stadt-Parkhäuser hält unverändert an

Die Parking AG Solothurn hatte einen guten Start ins Jahr 2017: Die Parkplätze werden immer beliebter.

Wolfgang Wagmann
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Die grosszügigen Parkierungsmöglichkeiten im Parkhaus Berntor finden immer mehr Fans.

Die grosszügigen Parkierungsmöglichkeiten im Parkhaus Berntor finden immer mehr Fans.

Wolfgang Wagmann

Sein Bau war komplex, hatte sich über Jahre hinweggezogen und zuletzt über 18 Mio. Franken gekostet. Auch bei der Eröffnung im März 2005 war noch viel Skepsis spürbar gewesen, ob der 350-plätzige Spiralbau unter dem Dornacherplatz funktionieren würde. Die Stadt und vor allem Stadtpräsident Kurt Fluri hatten das dritte Parkhaus in der Vorstadt forciert, die Parking AG Solothurn aber noch 2000 einen ersten Entwurf verworfen. Inzwischen ist alles ganz anders.

«Heute hätten wir gerne noch viel tiefer gegraben. Aber das ist natürlich unmöglich wegen des Grundwassers», flachste Verwaltungsratspräsident Niklaus Studer vor 107 Aktionären der Parking AG, der neben der Stadt als Hauptaktionär – aber nur mit einem Fünftel Stimmrecht – auch die Grossverteiler und Platzbanken als wichtigste Player angehören.

«Wir hatten einen Superstart», blickte Studer auf die ersten fünf Monate 2017 zurück. Die Zahlen belegen vor allem eines: Das Parkhaus Berntor gewinnt rasant an Beliebtheit. Während die Altstadtparkhäuser Biel- und Baseltor mit einem Umsatzplus von 1,97 respektive 1,51 Prozent aufwarten konnten, erreichte dieses in der Vorstadt 7,9 Prozent. «Wir erzielten bis Ende Mai im ‹Berntor› mit nur 350 Plätzen Einnahmen von 498'000 Franken, im ‹Baseltor› mit 480 Plätzen 589'000 Franken», zeigte Studer der Generalversammlung auf, wie rentabel das ehemalige «Stiefkind» geworden ist.

Auch sonst positive Zahlen

Die Parking AG könnte laut Studer mehr Parkplätze insbesondere in der Vorstadt vermieten, doch bleibe man restriktiv – «das Geld verdienen wir mit den Einzelkunden und für sie sind die Parkhäuser auch gedacht.» Ebenso könnte man mehr Aktien der Parking AG verkaufen – die auch dieses Jahr wieder genehmigten 6 Prozent Dividende machen sie zu einem gesuchten Objekt. Rege benützt» werden im Parkhaus Baseltor die dort installierte Elektro-Doppel-Ladestation für Elektrofahrzeuge sowie die neu geschaffenen XXL-Parkfelder im vierten Parkdeck für überbreite Fahrzeuge, die zunehmend Probleme in den beiden älteren Parkhäusern haben.

Insgesamt nahm die Parking AG letztes Jahr 4,359 Mio. Franken ein, gut 51'000 Franken mehr als im Vorjahr. Der Aufwand ist vor allem durch die Sanierung eines Teils des Bodenbelags im «Baseltor» auf 3,110 Mio. Franken angestiegen. Trotzdem konnte ein Cashflow von 1,932 Mio. Franken sowie ein Jahresgewinn von gut 971'000 Franken ausgewiesen werden – sind gut 26'000 mehr als noch 2015. Ende 2016 belief sich das Fremdkapital der Parking AG auf noch 1,708 Mio. Franken.

Bezogen auf die einzelnen Parkhäuser zeigt sich ein klares Bild der Beliebtheitsskala: Zu den um 1,4 Prozent höheren Nettoeinnahmen – zusammengesetzt aus Kurzparkierung und Dauermiete – steuerte das Parkhaus Bieltor ein Plus von 1,6 Prozent oder 1,651 Mio. Franken bei, das Parkhaus Berntor glänzte mit einer Zuwachsrate von 7,5 Prozent auf 1,61 Mio. Franken.

Rückläufig dagegen waren die Einnahmen im «Baseltor» um 3 Prozent auf noch 1,460 Mio Franken. Den Grund dafür glaubt Niklaus Studer zu kennen: «Die Zu- und Wegfahrt ist wegen des oft verstopften Baseltorkreisels schwierig. Wir überprüfen deshalb die Situation mit der Stadt.» Immerhin soll das Parkhaus Baseltor wie das «Bieltor» die «Besetzt»- oder «Frei»-Lämpchen erhalten, und unter dem Amtshauplatz gibts eine neue LED-Beleuchtung der drei Parkdecks.