Stadtbummel Solothurn
Vom Pumpen und von Pumpen

Noëlle Karpf
Noëlle Karpf
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Auch im Sommer pumpen viele im Fitnessstudio.

Auch im Sommer pumpen viele im Fitnessstudio.

Keystone

Wir müssen pumpen! So die Mission der Solothurner Aareböötlerinnen und Aareböötler. Am liebsten auf dem Weg zum Einstiegsort am Fluss, sei das unter der Kofmehl-Brücke oder beim Lido – dort kommt man an einer Tankstelle mit Pumpe vorbei. Diese ist für städtische Wasserratten gut zu Fuss, für Auswärtige auch mit dem Auto zu erreichen. Leider wird dort so oft – und wahrscheinlich auch so intensiv – gepumpt, dass das Werkzeug ständig kaputt ist und auch nicht mehr (regelmässig) geflickt wird.

Deshalb geht es weiter bis zum Badmeister. Der hat bekanntlich die Marktlücke entdeckt, eine Pumpe aufgestellt und dazu Schilder, die auf ebendiese hinweisen. Schlangenweise stehen Böötlerinnen und Böötler mit Einhörnern und Flamingos an, während sich Sonnencreme und Schweiss zu einer unangenehmen Brühe vermischen, bis irgendwann die Luft raus ist bei den Wartenden und sie lieber ein anderes Grüppchen, das schlauerweise das eigene Pümpchen mitgebracht hat, um Hilfe bitten.
Meist mit Ehrfurcht. Die meisten zeigen auf der Aare nicht nur prall gefüllte Böötli und Schwimmringe, sondern auch hart gestählte Oberarme und Waschbrettbäuche. Vielleicht kommts vom energischen Böötli pumpen?

Vielleicht auch vom Pumpen im Fitnessstudio, wo man – auch bei dieser Hitze – strampelnde und schwitzende Figuren durch die Glasscheiben der verschiedenen Locations beobachten kann. Mit Erstaunen. Zugegebenermassen auch mit schlechtem Gewissen, weil das eigene Gerede über Sport, den man aus diesen und jenen Gründen gerade nicht so mega regelmässig ausüben kann, eigentlich nur heisse Luft ist. Und wir im Vorbeigehen an den sportlichen Figuren höchstwahrscheinlich eine Glace schlecken. Darin pumpen wir derzeit sehr gerne unser Geld. Wie auch in Restaurants mit Gartensitzplatz.

Wenn wir denn einen Platz finden. Sonst gibt’s den eben auf der Aare. Vorausgesetzt, man hat das Problem mit der Pumpi gelöst. Hier hilft auch: Luft einfach im Gefährt der Wahl drin lassen. Auch wenn das sperrige Boot den Gang durchs Treppenhaus blockiert. Und auf dem endlos scheinenden Weg bis zu den erwähnten Hotspots zum Einsteigen je nach Gasse so ziemlich allem und jedem den Weg versperrt. Und man riskiert, als Pumpi abgestempelt zu werden. Auch wenn man ja gar keine hat.

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