Ab heute punkt 14 Uhr heisst es wieder offiziell: «Es isch so wit, s isch HESO-Zyt.» Wobei ich mich jedes Mal frage, wenn ich den Slogan lese, wieso «Zeit» mit y geschrieben wird, «weit» hingegen nicht. Item. Bis Ende September sind also die Zelte der Solothurner Herbstmesse geöffnet. Zehn Tage lang. Viel zu reden hat im Vorfeld die Holzanlage vor dem Baseltor gegeben, die zur diesjährigen Sonderschau gehört: «Kraftort Wald». Es gibt aber auch andere HESO-Besucher, die suchen eher den «Saftort Schanzengraben». Dort gibt es nämlich viel Gerstensaft oder Traubensaft zu geniessen. Und dies bis in die frühen Morgenstunden.

Das Schöne an der HESO ist neben der eigentlichen Messe, gemütlich durch die Hallen zu flanieren, beim Essen in einem Beizli zu verweilen («verwile») oder Wein zu degustieren («verwyle»). Noch schöner ist, dass man jedes Jahr auf alte Bekannte, verschollen geglaubte Freunde oder längst nicht mehr gesehene Heimwehsolothurner trifft. «Was? Du do?» Der andere antwortet: «S ysch ebe so wyt, s ysch HESO-Zit.» (Der war lange weg, sonst wüsste er, wie schreiben…) Und so erhält die ganze HESO quasi eine Aura des Heiligen, weil sie alte Freunde zusammenführt und verschollen Geglaubte auftauchen lässt. Man kommt für die HESO zurück ins Stedtli, um sich wiederzusehen. Das gibts sonst nur am Märetfescht.

Es gibt also zwei Anlässe im Solothurner Kalenderjahr, an dem wir Leute treffen, die man sonst übers Jahr nie trifft: Die HESO und das Märetfescht. Und die Fasnacht natürlich. Also drei Anlässe, die solche Wiedersehen möglich machen, weil man extra für sie nach Soledurn zurückkommt: HESO, Märetfescht, Fasnacht und die Filmtage. Da trifft man auch verschollen geglaubte Freunde. Vier Anlässe, genau, vier sind es und natürlich die Literaturtage. Und der Chästag nicht zu vergessen. Sechs also. Wir rekapitulieren die heiligen sechs «Ich-treffe-alte-Freunde-wieder-Anlässe»: HESO, Märetfescht, Fasnacht, Filmtage, Literaturtage, Chästag und Chlausemäret sowie Weihnachtsmarkt natürlich. Plus die Biertage und das Oktoberfest. Bikedays und Slow-up auch. Und genau so werden die Abstände zwischen «Lang nümm gseh!» immer kleiner.

Also, packen wirs an: Gehen wir hin, trinken wir «Wy» und treffen wir alte Freunde. Denn «Es isch wider so wyt!» Voilà...